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Wirtschaftsforum Davos über Bankenregulierung

Autor: Robert
abgelegt in: Strategie

Die Frage nach der Bankenregulierung war eines der Top-Themen auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos, das am Sonntag zu Ende gegangen ist. Dabei hatte der Versuch von Bankvertretern, gegen zu viel Regulierung Stimmung zu machen, nur begrenzt Erfolg. Führende Politiker in den USA und Europa haben eine strengere Regulierung der Finanzbranche fest im Visier.

WorldEconomicForum ©Flickr / World Economic Forum

Bereits im Januar hatte US-Präsident Barack Obama einen radikalen Vorstoß zur Bankenregulierung gewagt. Er kündigte an, große Banken aufspalten zu wollen und ihnen die völlige Autonomie bei ihren lukrativen Geschäften zu verbieten. Da diesmal die Politik gewillt scheint, den Ankündigungen Gesetze folgen zu lassen, hatten die Banker in Davos vor allem eines im Sinne: vor zu viel Bankenregulierung zu warnen. Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann behauptete etwa, dass es keine weise Strategie sei, mit immer neuen Regulierungsideen, neuen Steuern und neuen Vorschlägen zu kommen. Dies bringe nämlich nicht mehr sondern weniger Sicherheit und verhindere die Stabilisierung des Finanzsektors.

Banker bei Bankenregulierung kompromissbereit

Dabei zeigten sich viele Banker bereit, Zugeständnisse zu machen, um eine zu radikale Bankenregulierung zu verhindern. So meinte beispielsweise Ackermann in Davos, man sei bereit, über das sehr emotionale Thema Manager-Bezahlung zu sprechen. Allerdings scheinen sich die Banker untereinander keinesfalls einig zu sein. Auch in Davos wurde deutlich, dass vor allem große US-Banken bereit sind, gegen jede weitere Bankenregulierung anzukämpfen. Einige europäische Banken hingegen haben den Widerstand schon aufgegeben.

Stiglitz in Davos: globale Lösung u.U. problematisch

Bei aller Entschlossenheit, die Wirtschafts- und Finanzpolitiker in Davos an den Tag legten, gibt es auch hier Uneinigkeit. In Davos wurde vor allem darüber debattiert, ob es eine weltweite Bankenregulierung geben muss, oder ob es reicht, wenn jeder Staat selbst etwas tut. Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz warnte jedenfalls davor, dass ein globales Abkommen zu Streitigkeiten zwischen den USA und Europa führen könne, was den Banken in die Hände spielen würde. Denn zwischenstaatliche Uneinigkeit würde die Bankenregulierung verzögern. Daher meinte Stiglitz, müsse man auf nationalem Niveau starten. Jeder Staat habe die Verantwortung, seine Bürger und seine Wirtschaft zu schützen (mehr zum Weltwirtschaftsforum in Davos siehe hier).


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