Frenzel hat nach längeren Überlegungen durchblicken lassen, dass er es sich zumindest vorstellen könnte, den TUI-Konzern zu zerlegen. Ob Hapag-Lloyd einfach abgespalten wird oder verkauft wird, ist dabei noch unklar. Das wird sicherlich auch davon abhängen, was für die Aktionäre am besten ist.
Oft gewinnt man den Eindruck, dass die Zentralisierung und Konzentrierung von Unternehmen die einzig gangbare Lösung sei, um auf einem internationalen Markt Konkurrenzfähig zu bleiben. Das stimmt so nicht und das weiß auch TUI. Schon andere Unternehmen haben sich bei dieser Strategie verkalkuliert und mussten sich nach kurzer Zeit wieder vom ihrem neuen Firmenzweig oder ihrer Ausweitung wieder trennen.
Für Frenzel ist dies ein deutlicher Wechsel in der Firmenpolitik. Bevor es zu Widerständen kam, wollte er noch Hapag-Lloyd und die TUI-Holding verschmelzen. Andere haben aber gesehen, dass dies strategisch nicht sinnvoll wäre. Es macht organisatorisch Sinn, eine Aufteilung in die Bereiche Reise und Schifffahrt zu vollziehen, das wäre bei einer Verschmelzung mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Dies beiden Geschäftszweige separat weiterzuentwickeln und zu profilieren, macht jedoch Sinn.
Offen bleibt also nur noch, was die sinnvollere Strategie ist: Abspalten oder Verkaufen. Mit einer Abspaltung bleibt natürlich eine größere Handlungsfähigkeit des Unternehmens erhalten, als wenn verkauft wird, dies gilt selbst bei Joint-Venture-Unternehmungen. Auch die Arbeiter dürften in diesem Fall ausnahmsweise mal auf Seiten einer solchen Firmenpolitik sein. Der Verkauf an ein anderes Unternehmen zieht schließlich oft Rationalisierungsmaßnahmen nach sich, die einen Arbeitsplatzabbau zur Folge haben. Eine solche Art der Rationalisierung ist jedoch oft recht vernünftig. Falls das die Aktionäre erkennen, könnte das dazu führen, dass sie für einen Verkauf stimmen könnten. Die Sache dürfte zumindest noch nicht entschieden sein und erst die Zukunft wird zeigen, was mit Hapag-Lloyd geschehen wird.
Mai 8th, 2008 um 01:15
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