Die Steuererklärung sorgt bei Millionen Bürgern jedes Jahr aufs neue für Aufregung und Verwirrung. Mit einigen Vereinfachungen hinsichtlich der Pauschalen und Nachweisen will der Bund nun die Steuererklärung übersichtlicher gestalten und womöglich auf alle 2 Jahre beschränken.
Die Bundesregierung hat ein Erbarmen mit geplagten Steuerzahlern, die sich jedes Jahr aufs neue durch den Papierdschungel schlagen müssen. Das Vorhaben klingt wie Musik in den Ohren: Nur jedes zweite Jahr soll die Steuererklärung zur lästigen Pflicht werden. Auch Neuerungen wie die komplette Streichung der Anlage Kind lässt aufhorchen.
Steuererklärung wird einfacher – Westerwelle sei Dank
Guido Westerwelle hat sich für die Vereinfachung der Steuererklärung ausgesprochen, und betonte gegenüber der Bild am Sonntag vor allem die folgenden Aspekte: Die Steuererklärung in Deutschland solle “mit weniger Belegen, weniger bürokratischem Aufwand und mehr Pauschalen gemacht werden können.” Als Pauschalen werden bereits vorgefertigte oder teilweise ausgefüllte Formulare bezeichnet, die das Finanzamt direkt an die Bürger verschickt.
Die sogenannte Anlage Kind wird als erstes dem Rotstift zum Opfer fallen. Sie diente zur Überprüfung von Nebeneinkünften von volljährigen Kindern, deren Gehalt in 99 Prozent der Fälle die gesetzliche Obergrenze nicht erreicht. Daher wird das Formular aus ökonomischen Gründen ganz fallen gelassen.
Vereinfachung der Steuererklärung - Kommen auch steuerliche Vergünstigungen?
Diese Vermutungen liegen nahe, und wenn man den Worten des SPD-Fraktionsvorsitzenden Hubertus Heil glauben schenkt, trifft dies auch für eine gewisse Gruppe Steuerzahler zu:
“Der Spitzensteuersatz greift heute bei Alleinstehenden schon ab knapp 53.000 Euro brutto im Jahr. Ich bin dafür, dass er erst ab 80.000 Euro gilt, dafür dann aber höher ist.” Demnach sind es nur die Topverdiener, die durch steuerliche Vorteile einen Nutzen ziehen können.