In der anhalten Krise auf den Finanzmärkten könnte ein weiterer Schock bevorstehen: Lehman Brothers Zukunft ist ungewiss.
Lehman Brothers ist eine der größten Kapitalhändler auf dem amerikanischen Markt. Die Bank wurde 1850 von Immigranten aus Deutschland gegründet und hat seitdem eine Erfolgsgeschichte hinter sich, die mit der Immobilienkrise endete. Es kamen Abschreibungen in Millionenhöhe auf die Bank zu und der Aktienkurs ist in der letzten Woche um fast 75% gesunken. Das Vertrauen in eine Lösung für das Unternehmen sinkt.
Dies dürfte besonders auch an den Stimmen aus der Politik liegen. Andere Banken wie Freddie Mac und Fannie Mae wurden mit staatlichen Geldern unterstützt und der Verkauf von Bear Sterns and JP Morgan wurde mit 29 Milliarden abgeschirmt. Langsam scheint dies der amerikanischen Politik zuviel zu werden. So hält FED-Chef Timothy Geithner genauso wie die Präsidentschaftskandidaten Obama und McCain eine privatwirtschaftliche Lösung für am besten. Diese Trendwende ist meiner Meinung nach unbedingt notwendig. Es kann nicht sein, dass der Staat für Privatwirtschaftliche Risiken beliebig einsteht. Dies verhindert auch eine Reinigung des Marktes. Lösungen, die eine Verstaatlichung oder intensive staatliche Hilfe beinhalten sollte nur dann zum Tragen kommen, wenn wirklich eine große Bedrohung für die gesamte Wirtschaft besteht.
Bei Lehman Brothers ist der Effekt eines Bankrotts sicherlich groß aber er ist nicht so einzuschätzen, dass es zu unkontrollierbaren Konsequenzen für die gesamte Wirtschaft käme. Auch in Zukunft werden noch einige Banken bankrott gehen können und der Staat kann dann nicht immer einspringen. So ist es wahrscheinlich tatsächlich am sinnvollsten, von die Bank aufgespalten und dann verkauft wird. Barclays hat sein Interesse zurückgezogen, da es zu geringe Absicherungen gibt, doch das sollte kein Hindernis sein unter anderen Konditionen einen Verkauf anzustreben.