Der Bundesbank droht, laut FTD, eine gerichtliche Klage durch den Versicherer Talanx. Der Hannoveraner Konzern möchte bei der Bundesbank ein Girokonto einrichten, was diese abgelehnt hat. Talanx begründet die Klage zum einen mit dem Hinweis der Insolvenzsicherheit der Bundesbank, zum anderen sieht man einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Banken.
Der Talanx-Konzern, zu dem unter anderem die HDI-Gerling und die Hannover Rück gehören, begründet seinen Wunsch, ein Girokonto bei der Bundesbank zu eröffnen, damit, dass nur ein Konto bei der Bundesbank wirklich sicher vor Insolvenz sei. Den Einlagensicherungsfonds der privaten Banken bezeichnete der Talanx-Sprecher, laut FTD, als „völlig unzureichend“. Dabei machte er auf die Erfahrungen nach der Pleite der deutschen Lehman-Tochter im Zuge der Rezession aufmerksam.
Der Talanx-Sprecher verwies zudem auf den „Wettbewerbsnachteil“ der Versicherungsbranche gegenüber den Banken. Denn im Gegensatz zu anderen Unternehmen und Privatleuten hätten nur Banken das Recht, bei der Bundesbank ein Konto zu führen.
Laut der FTD handele es sich bei dem Konflikt zwischen der Bundesbank (zur Homepage) und Talanx um einen „in der deutschen Finanzszene beispiellosen Streit“, der auf ein „tiefer gehendes Zerwürfnis zwischen Versicherungs- und Bankenbranche“ verweise. Die Finanzkrise sei nämlich in erster Linie durch die Banken und deren Management verursacht worden, trotzdem müssten auch die Versicherer als Finanzinstitute haften, zum Beispiel durch schärfere Regeln an den Finanzmärkten.