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Management & Wirtschaft
 


Hapag-Lloyd soll schon seit längerem verkauft werden. Wer den Zuschlag erhält blieb unklar. Da befürchtet wurde das Unternehmen würde an eine ausländische Firma gehen hatte sich ein Hamburger Konsortium gebildet, dass Hapag-Lloyd in lokalen Händen halten wollte.

Hamburg public domainNun hat sich herausgestellt, dass der Plan geglückt zu seien scheint. Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur hat nach Angaben der Financial Times Deutschland 3,5 Milliarden für das Unternehmen geboten. Die Offerte der Hamburger liegt mit mehr als 4 Milliarden deutlich über diesem Angebot. Wie diese Summe finanziert werden soll ist jedoch noch nicht ganz klar. Das Konsortium gruppiert sich um Klaus-Michael Kühne. Dieser wollte 20 bis 25 Prozent des Kaufpreises aus eigener Tasche bezahlen. Damit dürfte er ungefähr eine Milliarde locker machen müssen. Damit dies gelingt scheint er sein geschätztes Vermögen von 4,2 Milliarden Euro liquide machen zu müssen. Dies soll gelingen, indem Kühne + Nagel International AG eine Sonderausschüttung vollzieht. Mit dieser Dividende erhält Kühne immerhin ungefähr 100 Millionen Euro. So könnte es ihm gelingen eine Firmenbeteiligung zu vermeiden und die Übernahmebeteiligung an Hapag-Lloyd nur aus seiner eigenen Tasche zu bezahlen. weiterlesen »


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Zum siebten Mal verleiht die Konrad Adenauer Stiftung den Preis soziale Marktwirtschaft. Dieses Jahr erhält Peter Wichtel den Preis.

Fraport Passagiermenge public domainPeter Wichtel ist der Betriebsratsvorsitzende und Aufsichtsratsmitglied von Fraport.  Die Fraport AG ist die Betreibergesellschaft des Flughafens von Frankfurt. Fraport hatte 2007 einem Konzernumsatz von 2.329,0 Mio Euro. Der Konzern beschäftigte 2007 fast 30.000 Mitarbeiter_innen. Durch den Verkauf des Sicherheitsunternehmens ICTS Europe sank die Zahl auf 20.000. Ungefähr die Hälfte der Beschäftigten arbeitet in Frankfurt. Damit ist Fraport ein wichtiger Arbeitgeber in Frankfurt.

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Es ist schon verwunderlich, wie die Gemüter hochkochen, wenn ein deutsches Unternehmen an einen ausländisch Investor verkauft werden soll.

Firmensitz Hamburg Hapag-Lloyd GNU-Lizenz für freie DokumentationSo haben vor Hapag Lloyd 500 Arbeitnehmer gegen den Verkauf demonstriert. Das ist insofern verständlich, als dass ein jeder Verkauf Unsicherheit über die zukünftigen Arbeitsbedingungen mit sich bringt. Da macht es allerdings keinen Unterschied, ob es sich nun um einen ausländischen oder einen inländischen Investor handelt. Die Rentabilität des Unternehmens muss auf jeden Fall gewahrt sein.

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Deutsche Unternehmen werden fast ausschließlich von weißen, deutschen Männern geführt. Hierbei handelt es sich nicht nur um eine Form der Diskriminierung sondern auch um einen verspielten Wettbewerbsfaktor.

Der Leiter von Siemens hat diese Kritik auch am eigenen Unternehmen geübt. Peter Löscher fühlt sich nur von weißen deutschen Männern umgeben. Er beklagt die mangelhafte internationale Ausrichtung seines Unternehmens und den Umstand, dass keine Frauen in den Führungsetagen sind.

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Der Börsenexperte Wolfgang Gerke kritisiert Köhler scharf für seine Bemerkungen zur Finanzkrise. Dabei verfehlen beide streckenweise den richtigen Punkt.

Köhler und Bono public domain

Horst Köhler hatte sich im Stern zu der Finanzmarktkrise geäußert. Dabei kritisierte er einige Banken recht scharf für ihre Rolle in der Krise. So hätten viele Banken kein solides Geschäftsmodell. Diese Kritik hat er zum Teil auf die gesamte Bankenbranche ausgeweitet.

Nun hat Gerke sicherlich recht, wenn er feststellt, dass es einige unseriöse Entscheidungen gegeben haben mag und Manager die Fehler gemacht haben und dafür noch große Abfindungen erhalten haben und dies nicht auf alle Banken und Manager übertragbar ist. Unrecht hat er allerdings, wenn er das Problem personalisiert. Die Krise ist schließlich nicht durch einpaar Fehlentscheidungen einzelner zustande gekommen.

An dieser Stelle ist Köhler in seiner Kritik gegen den Vorwurf des Populismus zu verteidigen. Er hatte den Finanzmarkt als Monster bezeichnet, dass kontrolliert werden muss. Das mag zwar an den Heuschrecken-Vergleich von Müntefering erinnern, ist aber in seiner Grundstruktur sehr anders. Während Müntefering ökonomische Probleme Einzelpersonen oder Firmen anlasten wollte und diese auch noch mit Heuschrecken verglich, läuft das Argument von Köhler an dieser Stelle umgekehrt. Er entpersonalisiert das Problem, indem er die Struktur des Finanzmarktes kritisiert. Dort passieren schließlich Sachen, die eben nicht mehr von einzelnen oder Gruppen kontrolliert werden können.

Deshalb fordert Köhler ja gerade eine internationale Kontrolle der globalisierten Finanzmärkte. Ökonomien werden schließlich auch auf nationalstaatlicher Ebene kontrolliert, um Krisen besser in den Griff zu bekommen oder zu vermeiden. Dies ist eine Aufgabe, die der IWF auf internationaler Ebene teilweise erfüllen könnte. Die Institution ist meine Meinung nach jedoch weder demokratische noch Einflussreich genug, um eine solche Aufgabe wahrzunehmen. Um Krisen dieser Art verhindern zu können, bedürfte es einer starken, akzeptierten und handlungsfähigen Institution. Diese Institution zu schaffen, dürfte eine Aufgabe sein, mit der sich in den nächsten Jahrzehnten noch herumgeplagt werden dürfte…


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Vor einigen Wochen noch schien es so, als könne die Commerzbank sich Hoffnungen machen, die Postbank zu übernehmen. Mittlerweile wird Allianz jedoch als Wunschpartner gehandelt. Grund hierfür sind auch Ängste der deutschen Politik.

Allianz Der Bund ist der größte Aktionär der Postbank. Deshalb hat er natürlich ein wichtiges Mitspracherecht, an wen verkauft werden soll. Nun wurde sich scheinbar für die Allianz mit dem Tochterunternehmen Dresdener Bank entschieden. Die Mitkonkurrenten Deutsche Bank und Commerzbank dürften dies nicht mit Freude sehen. Inbesondere die Commerzbank dürfte von den Entwicklungen enttäuscht sein, so hoffte man doch schon die Bank zu bilden mit den meisten Privatkunden. Die Argumentation des Bundes ist jedoch mal wieder etwas seltsam. Sie ist geprägt von Angst, von der Angst die bösen Ausländer könnten kommen und in Deutschland investieren. Die Commerzbank sie schließlich an der Börse mit nur 11 Milliarden Euro dotiert und die Allianz mit immerhin 50 Milliarden Euro. Da würde doch ein Unternehmen aus Commerzbank und Postbank ein lohnenswertes Investment für ausländische Übernahmen. Das könne mit der Allianz nicht so leicht passieren. Doch wovor hat man Angst? Deutsche Unternehmen sind nicht besser als jedes beliebige andere Unternehmen. Schließlich geht es bei allen Unternehmen darum wirtschaftlich erfolgreich zu handeln und neue Stellenangebote zu schaffen.. Oder hat der Bund die Hoffnung, dass inländische Eigentümer wirtschaftlich unsinnige Entscheidungen treffen wohingegen ausländische Eigentümer wirtschaftlich notwendige Entscheidungen treffen? Man weiß es nicht so genau. Es drängt sich zumindest der Verdacht auf das bei solchen Leuten wie Michael Glos (CSU) der Nationalismus doch mal wieder ausgeprägter ist, als der Wunsch Entwicklungen des globalen Marktes Rechnung zu tragen.


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Das wohlhabende Emirat Katar hat vor, die Schwierigkeiten der westlichen Finanzmärkte auszunutzen und in westliche Banken zu investieren. Einigen Deutschen macht das bemerkenswerterweise wohl Angst.

KatarIn Deutschland ist man zwar zumeist für eine gewisse Globalisierung, aber nur so lange, wie deutsche Interessen dadurch nicht gefährdet werden. Und selbst dort wo deutsche Interessen gar nicht mal gefährdet sind, hat man Angst, wenn Machtverlust droht. So wird immer wieder das strukturell antisemitische Bild der Heuschrecken beschworen, um damit auf ausländische Kapitalzuflüsse zu verweisen. Das wird in Deutschland jedoch oft nicht gerne gesehen, da man möchte das deutsche Unternehmen deutsch bleiben. Dabei sollte man meinen, dass wenn Märkte effizient wirken sollen, ein solcher Nationalismus fehl am Platze wäre.

Das hält die deutsche Bundesregierung jedoch nicht davon ab, zu planen, ein Vetorecht in das Außenwirtschaftsgesetz einzubauen, das es ermöglicht, drei Monate nach einer Firmenübernahme durch einen Staatsfond ein Verbot hierfür auszusprechen. Die Entscheidungen die inländische Fonds betreffen sind jedoch in keinster Weise besser. Bewertet wird Rentabilität und nicht irgendetwas anderes. So sind Befürchtungen im Bezug auf Katars Interessen eher unverständlich. es verwundert Scheich Hamad, dass Bedenken geäußert werden. Schließlich hege der Staatsfond keine politischen Interessen mit seinen Investitionen. Meiner Meinung nach können die Bedenken als nahezu rassistisch eingestuft werden. Gegenüber ähnlichen Investitionen aus einem europäischen Land gäbe es sicherlich keine Bedenken.


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Die kürzlich eröffnete BMW Welt wurde von der Initiative “Deutschland - Land der Ideen” als “Ausgewählter Ort 2008″ ausgezeichnet.

BMW Welt, © flickrBei der Initiative handelt es sich um eine Unternehmung die im Sinne der AG Deutschland aus einer Kooperation zwischen Politik und Wirtschaft besteht, die dazu dient nationale ökonomische Interessen zu verfolgen. Geführt wird die Initiative von Personen der Wirtschaft wie dem Vorsitzenden des BDI Jürgen R. Thumann, der auch Vorsitzender der Initiative ist und Personen der Politik wie Horst Köhler oder Steinmeier. Die Initiative ist - neben der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft - ein weiteres Beispiel dafür, wie es um die Unabhängigkeit der Politk von der Wirtschaft bestellt
ist. Im nationalen Interesse sind beide Gruppierungen geeint und wollen den Eindruck erwecken, als sei ihr Lobbyismus im Interesse aller. Dabei geht es zumeist um Beeinflussung der Politik im Interesse einzelner, Wettbewerbsvorteile und Überdeckung von Interessensgegensätzen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die BMW Welt so schnell ausgezeichnet wurde. Dass BMW interesse an der Vermarktung der eigenen Marke hat ist nicht verwunderlich und auch legitim. So können sie gerne einen Unterhaltungswelt bauen, bei der Konzerte, Ausstellungen, Museum, Seminare und Empfänge alle nur der Werbung dienen. Doch wo sonst gefordert wird, dass die Politik sich aus der Wirtschaft fernhalten sollte und dem Markt das Geschehen überlassen soll, bildt sich ein Interventionismus aus der dazu noch mit anti-liberalen nationalen Beitönen vermengt ist. Wenn deutsche Produkte gut sind, müssen sie nicht durch deuscthe Politik protegiert werden, dann setzten sie sich auf dem Markt durch. Förderung können eher die gebrauchen, die nicht eh schon die finaziellen Mittel haben, um ihre Interessen durchzusetzen.


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Die soziale Verantwortung von wirtschaftlichen Unternehmen ist in letzter Zeit zu einem Mode-Thema geworden. Aber was ist diese “corporate social responsibility” (CSR) und kann sie halten was sie verspricht?
CSR Die Verantwortung von Unternemhen für die Gesellschaft wird sicherlich schon sehr lange diskutiert. Erstmals zu einem wissenschaftlichen Thema wurde sie wahrscheinlich durch den Artikel “Social Responsibilities of the Businessman” von Howard R. Bowen aus dem Jahr 1953. Wurde in dem Beitrag noch dafür argumentiert, dass sich Unternehmen an gesellschaftlichen Werten orientieren sollten, wurde in den 70er Jahren schon vertreten, dass wirtschaftliche Unternhemen Gesellschaft auch aktiv mitgestalten sollten. In den 80er Jahren galt CSR als Gegenentwurf zum Shareholder Value-Gedanken. In den 90er Jahren ging auch der Gedanke der ökologischen Verantwortung in dem Konzept der CSR auf. Die Idee der CSR kam in dieser Art in Europa etwas später an, auch wenn es in Deutschland schon länger Traditionen der unternehmerischen Verantwortung gab. Diese hatte jedoch häufig einen üblen nationalistischen Beigeschmack und hat diesen noch immer. Dies ist auch an dem Konzept der Deutschland AG erkennbar, die gerne beschwört wird, wenn es um die Abwehr internationaler Kapitalflüsse geht. Antiamerikanische und strukturell antisemitsche Argumentationen sind in diesem Zusammenhang keine Seltenheit. Aber wofür steht nun CSR? Es geht um den freiwilligen geleisteten Beitrag der Unternehmen zu einer Entwicklung, die nachhaltig ist und der über die vom Gesetzgeber gestellten Forderungen (Compliance) hinausgeht. Dieses verantwortliche Handeln der Unternehmen auf dem Markt,  geht vom Umweltschutz bis hin zu dem Verhätltnis zu den Mitarbeitern und dem Austausch mit den betroffenen Gruppen (Stakeholdern). Die hier kurz umrissenen soziale Verantwortung der Unternehmen lässt sich detailreicher mit dem Drei-Säulen-Modell beschreiben. Dies ist ein Konzept, das behauptet, dass die insgesamte Performance eines Unternehmens an dem Maße bewertet werden sollte, wie sie dazu beiträgt ökonomischen Wohlstand zu mehren, die Umwelt zu erhalten und soziales Kapital zur Verfügung zu stellen. Die wirtschaftliche Ebene ist dabei auf langfristige Erträge aus den zur Verfügung stehenden Ressourcen gerichtet, die Ebene der Umwelt richtet sich auf den nicht zerstörerischen Umgang mit der Natur allgemein und den Ressourcen, die verwendet werden, im Speziellen und die soziale Ebene richtet sich auf die Distributive Gerechtigkeit, das heißt eine, die innerhalb einer Generation und zwischen Generationen herrscht. Es treten hierbei jedoch Probleme auf. Schließlich ist ein Unternehmen vorrangig an Gewinnen ausgerichtet und so kann CSR zu einer Marketingstrategie verkommen, bei der es nur darum geht ein positives Bild von dem eigenen Unternehmen zu zeichnen. Die Verantwortung die übernommen wird, ist meist nicht bindend, denn es handelt sich um Selbstverpflichtungen, die oft nicht eingehalten werden. Um die Verantwortung von Unternehmen bindender zu gestalten, müssten Wirtschaftsdemokratische Elemente eingeführt werden, die den betroffenen von Wirtschaftsentscheidungen von Unternehmen ein Mitspracherecht zubilligt. Dem werden die Unternehmen wohl kaum zustimmen aber ihre Verantwortung erfüllen sie trotzdem oft nicht.


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