Apollis

Management & Wirtschaft
 


Wenn Hartmut Mehdorn nach dem wochlangen Drama um den Tarifabschluß bei der Bahn nun Arbeitsplatzabbau, Jobverlagerung und das Ende der Beschäftigungssicherung ankündigt, führt das zu einem Aufschrei bei Politikern und Kommentatoren. Wahlkämpfer wie Michael Roth fordern eilfertig seinen Rücktritt. Politiker die im Schatten der Macht stehen, wie Fritz Kuhn, profilieren sich mit sonderbaren Formulierungen wie „Cholerisches Rumpelstilzchen“. Nehmen wir mal die Emotionen aus diesem Thema. Was ist wirklich passiert?

Ein Lenker eines großen Unternehmens muß Bilanz ziehen und stellt fest:

  1. Es wird ungeplante Ausgaben in Millionenhöhe geben (der Tarifabschluß)
  2. Es ist nicht möglich, dies durch mehr Umsatz auszugleichen
  3. Die Eigentümer erwarten weiterhin eine entsprechen Rendite (oder habe ich die Aussage von Herrn Tiefensee versäumt, der Herr Mehdorn zugesichert hat, das der Bund zukünftig nicht mehr so viel Geld von der Bahn braucht?)

Was muß ein Mann tun, der die Verantwortung über einen Großkonzern hat? Allen mußte klar sein, das der Tarifabschluß bei der Bahn, der sicher nicht moderat ist, Konsequenzen haben wird. Haben wir es bei den Kommentatoren mit Ahnungslosen, Blauäuigen oder schlimmer noch, berechnenden Populisten zu tun? Die Bahn ist ein Wirtschaftsunternehmen, das unter ungewöhnlichen Rahmenbedingungen arbeiten muß. Ein bißchen Staat, ein bißchen Privatwirtschaft – also das, was der Volksmund als “halbschwanger” bezeichnet. In dieser Situation leistet Herr Mehdorn einen sehr anerkennswerten Job. Er wird im übrigen in hohen Maße variabel bezahlt, d.h. sein Gehalt hängt von den Zielen ab, die die Eigentümer vorgeben. Ein „weiter so“ als Parole ausgeben, wäre in dieser Situation verantwortungslos! Was meinen Sie?


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Nun ist es soweit – eine Ära geht zu Ende. Bill Gates wird sich aus dem Businessleben zurückziehen. Er hat in den letzten Jahren große Teile seiner Kompetenzen schon an Steve Ballmer abgegeben und nun folgt sein endgültiger, operativer Rücktritt. Die Konzentration auf die Bill & Melinda Gates Stiftung, die sich auf Bekämpfung von Infektionskrankheiten in der dritten Welt spezialisiert hat, wird Ihn für immer unsterblich machen.

Als was werden wir uns erinnern, wenn wir über Bill Gates reden? Als was will Bill Gates in die Geschichte eingehen? Zunächst einmal, und das ganz ehrlich und ohne Häme, Respekt vor einem Menschen, der sein Geld dazu einsetzt, Krankheiten zu heilen und andere dazu motiviert, Ihr Geld dazuzulegen. Positiv in Erinnerung wird uns Bill Gates als der Mann in Erinnerung bleiben, der seine Milliarden dazu benutzt, anderen zu helfen.

Vergessen wollen wir jedoch nicht den Aspekt, der für viele eine tägliche Strafe ist: Arbeiten mit seinen Produkten! Der Aufstieg des Konzerns Microsoft ist eine geniale, strategische Marketingleistung und keine technisches Meisterstück. Mit viel Geschick wurden Ideen geklaut und Konkurrenten aus dem Markt gedrängt. Aber Hilfe naht – es gibt Alternativen! Ob nun Linux, Mac OS oder OpenOffice, die Freiheit zur Entscheidung ist wieder da. Wir wollen gespannt sein, was wir noch von Microsoft und Bill Gates hören werden. Schließlich verlässt er nur das operative Geschäft und geht in den Aufsichtsrat - und Aufsichtsräte in den USA sind aktiv im Geschäft!


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Nun mischt sich auch Fr. Merkel in die laufende Debatte ein. Wie die Zeitung “Die Welt” berichtete, sei sie der Meinung „… dass man eine Debatte über gerechte Bezahlung brauche - nicht nur am unteren Ende der Lohnskala, sondern auch am oberen.“ Wieviel Populismus und wieviel Wahrheit steckt in dieser Aussage? Eine Neiddebatte sagen die einen, überbezahlte Manager die nichts leisten, sagen die anderen.

Etwas Differenzierung tut dieser Diskussion sicher gut! Es gibt Entwicklungen, die nur schwer miteinander zu vergleichen sind: Während Herr Schrempp (Daimler Chrysler) durch unternehmerische Fehlentscheidungen Aktionäre und Mitarbeiter in Schwierigkeiten gebracht hat sieht dies bei Herr Wiedeking (Porsche) völlig anders aus! Wenn man dann noch beachtet, dass einer großer Teil der Managergehälter variable Bezüge sind, wirft dies eine neue Frage auf: Wie werden Sie bezahlt - immer noch nach Zeit? Wären Sie bereit, einen Teil Ihres Gehaltes an das Erreichen konkreter Ziele zu binden? Würden Sie das Risiko eingehen, 20% weniger zu verdienen, wenn konkrete Ziele nicht erreicht werden, dafür jedoch 40% mehr, wenn Sie Ihre Ziele übererfüllen? Geht das überhaupt in jeder Tätigkeit?

Ja, aber dazu braucht es mehr Fantasie und mehr Mut, als wir es heute erleben. Warum nicht das Gehalt der Abteilungssekretärin an den Erfolg der Abteilung koppeln? Warum nicht Bezüge von Lehrern von der Zufriedenheit von Eltern und Schülern abhängig machen? Ist das wirklich so unrealistisch? Was meinen Sie?


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