Beim APEC Gipfel in Kopenhagen kam es zu keinem Klimabeschluss. Es seien noch mehr Verhandlungen nötig heißt es. So traf man sich vor kurzem in Singapur. Die APEC will nämlich schnellst möglich zu einem Schadstoff-Reduzierungs-Abkommen kommen. Immerhin einigte man sich beim Gipfeltreffen in Singapur auf ein Wachsstumsabkommen.
Unter APEC versteht man die Asiatisch-Pazifische Wirtschaftliche Zusammenarbeit (Asia-Pacific Economic Cooperation). Sie versteht sich als Internationale Organisation mit dem Ziel eine Freihandelszone im pazifischen Raum zu schaffen. Der jüngste APEC-Gipfel jedoch ähnelt lediglich einem Appell zur stärkeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit.
Es wurden Hoffnungen auf Chinas Wirtschaft gesetzt, dass ihre Stärke stabilisierend auf die Weltwirtschaft wirken könnte. Diese Hoffnungen scheinen langsam enttäuscht zu werden.
Die meisten Länder würden sich über das Wachstum der chinesischen Wirtschaft freuen. Immerhin erwarten selbst die schlechteren Prognosen noch ein Wachstum von über 5% für erste Halbjahr 2009. Deutschland wäre über solche Zahlen äußerst froh. Für China könnte dies jedoch eine Krise bedeuten.
Dominique Strauss-Kahn, der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) warnt zumindest vor den Konsequenzen einer schwachen chinesischen Wirtschaft für die Weltwirtschaft. Simpfendorfer ist Chinaexperte von der Royal Bank of Scotland. Er hält das Sinken des Wachstums auf 5% für eine Sicherheit. weiterlesen »
Hapag-Lloyd soll schon seit längerem verkauft werden. Wer den Zuschlag erhält blieb unklar. Da befürchtet wurde das Unternehmen würde an eine ausländische Firma gehen hatte sich ein Hamburger Konsortium gebildet, dass Hapag-Lloyd in lokalen Händen halten wollte.
Nun hat sich herausgestellt, dass der Plan geglückt zu seien scheint. Neptune Orient Lines (NOL) aus Singapur hat nach Angaben der Financial Times Deutschland 3,5 Milliarden für das Unternehmen geboten. Die Offerte der Hamburger liegt mit mehr als 4 Milliarden deutlich über diesem Angebot. Wie diese Summe finanziert werden soll ist jedoch noch nicht ganz klar. Das Konsortium gruppiert sich um Klaus-Michael Kühne. Dieser wollte 20 bis 25 Prozent des Kaufpreises aus eigener Tasche bezahlen. Damit dürfte er ungefähr eine Milliarde locker machen müssen. Damit dies gelingt scheint er sein geschätztes Vermögen von 4,2 Milliarden Euro liquide machen zu müssen. Dies soll gelingen, indem Kühne + Nagel International AG eine Sonderausschüttung vollzieht. Mit dieser Dividende erhält Kühne immerhin ungefähr 100 Millionen Euro. So könnte es ihm gelingen eine Firmenbeteiligung zu vermeiden und die Übernahmebeteiligung an Hapag-Lloyd nur aus seiner eigenen Tasche zu bezahlen. weiterlesen »
Coca Cola hatte Anfang des Monats ein Abkommen über die Übernahme des chinesischen Saftherstellers Huiyuan Juice abgeschlossen.
Coca Cola ist nicht nur im Limonadenbereich tätig, sondern auch im Saftsegment aktiv. Schon seit einiger Zeit führt Coca Cola den Markt für verdünnte Säfte an. Im Bereich der 100% Säfte war dies nicht der Fall. Coca Cola gelingen mit der Übernahme von Huiyuan Juice mehrere bemerkenswerte Dinge. Zunächst einmal ist Huiyuan Juice ein führender Hersteller für 100% Säfte und durch die Übernahme gelingt es Coca Cola auch in dieser Sparte auf dem Weltmarkt führend zu werden. weiterlesen »
Es ist schon verwunderlich, wie die Gemüter hochkochen, wenn ein deutsches Unternehmen an einen ausländisch Investor verkauft werden soll.
So haben vor Hapag Lloyd 500 Arbeitnehmer gegen den Verkauf demonstriert. Das ist insofern verständlich, als dass ein jeder Verkauf Unsicherheit über die zukünftigen Arbeitsbedingungen mit sich bringt. Da macht es allerdings keinen Unterschied, ob es sich nun um einen ausländischen oder einen inländischen Investor handelt. Die Rentabilität des Unternehmens muss auf jeden Fall gewahrt sein.
Deutsche Unternehmen werden fast ausschließlich von weißen, deutschen Männern geführt. Hierbei handelt es sich nicht nur um eine Form der Diskriminierung sondern auch um einen verspielten Wettbewerbsfaktor.
Der Leiter von Siemens hat diese Kritik auch am eigenen Unternehmen geübt. Peter Löscher fühlt sich nur von weißen deutschen Männern umgeben. Er beklagt die mangelhafte internationale Ausrichtung seines Unternehmens und den Umstand, dass keine Frauen in den Führungsetagen sind.
Unter Emerging Markets versteht man einen aufstrebenden Markt, welcher meist ein Kennzeichen sogenannter Schwellenländer ist. Die aktuellsten Beispiele für solche schnell wachsenden Emerging Markets sind China und Indien.
Eine Investition auf solchen Märkten birgt eine Vielzahl von Gefahren, aber auch an Chancen für Unternehmen. Besonders beim Beispiel China bieten sich für einige Branchen geradezu Möglichkeiten wie zu “Goldgräberzeiten” in den jungen USA. Unternehmen treffen auf Emerging Markets auf die Möglichkeit überdurchschnittlich hohe Gewinne zu erzielen, da diese Märkte über ein enormes Wachstumspotential verfügen und es kaum eine Marktsättigung gibt. Egal, ob Finanzdienstleistung, Maschinenbau oder Stahlindustrie, beinahe jede Branche verspricht hohe Gewinne. Aber auch Zulieferer, welche dortige Industrieunternehmen mit zeitgemäßen Fertigungsmaschinen ausstatten, profitieren von solchen Märkten, meist sogar risikoärmer als durch einen direkten Eintritt in den Emerging Market.
Besonders lukrativ gestaltet sich für Unternehmen natürlich auch die oft sehr niedrigen Löhne, die meist wertvollen Rohstoffvorkommen in solchen Regionen und die Bevölkerungsstruktur, welche durch den hohen Anteil an Geburten auch langfristig viele potentielle Arbeitnehmer bietet.
Aber die Investition in Ermerging Markets bietet auch viele Risiken für die Unternehmen. So stellen Währungsschwankungen, ein meist marodes Justizsystem und auch kulturelle Gegebenheiten Unternehmen auch vor teilweise fast unkalkulierbare Risikien. Gerade die Unsicherheit bei rechtlichen Angelegenheiten kann zu kostspieligen Konsequenzen für die Unternehmen und Unternehmer führen. Deshalb ist es für expandierende Unternehmen extrem wichtig, vorher eine genaue Marktanalyse vorzunehmen bzw in Auftrag zu geben. In den meisten Fällen empfiehlt es sich diese Marktanalyse extern zu vergeben, denn dabei kann Objektivität gewährleistet werden. Denn dazu sind Angestellte, die Jobs bei der KPMG, McKinsey oder bei anderen Unternehmensberatungen haben, verpflichtet.
Auch bleibt abzuwarten, ob nicht ein derartig hohes ausländisches Engagement in diesen Schwellenländern die einheimische Wirtschaft bremst, bzw. daran hindert selber an den Innovationen teilzuhaben, was zu einer “Ausbeutung” der einheimischen Wirtschaft führen könnte, oder zumindest von den Einheimischen als solche aufgefasst würde und sich dann die momentane positive Einstellung gegenüber den ausländischen Unternehmen in diesen Länder in das Gegenteil umschlägt und dann zu einer politischen und gesellschaftlichen Gefahr für die dort investierenden Unternehmen wird.
Der Börsenexperte Wolfgang Gerke kritisiert Köhler scharf für seine Bemerkungen zur Finanzkrise. Dabei verfehlen beide streckenweise den richtigen Punkt.

Horst Köhler hatte sich im Stern zu der Finanzmarktkrise geäußert. Dabei kritisierte er einige Banken recht scharf für ihre Rolle in der Krise. So hätten viele Banken kein solides Geschäftsmodell. Diese Kritik hat er zum Teil auf die gesamte Bankenbranche ausgeweitet.
Nun hat Gerke sicherlich recht, wenn er feststellt, dass es einige unseriöse Entscheidungen gegeben haben mag und Manager die Fehler gemacht haben und dafür noch große Abfindungen erhalten haben und dies nicht auf alle Banken und Manager übertragbar ist. Unrecht hat er allerdings, wenn er das Problem personalisiert. Die Krise ist schließlich nicht durch einpaar Fehlentscheidungen einzelner zustande gekommen.
An dieser Stelle ist Köhler in seiner Kritik gegen den Vorwurf des Populismus zu verteidigen. Er hatte den Finanzmarkt als Monster bezeichnet, dass kontrolliert werden muss. Das mag zwar an den Heuschrecken-Vergleich von Müntefering erinnern, ist aber in seiner Grundstruktur sehr anders. Während Müntefering ökonomische Probleme Einzelpersonen oder Firmen anlasten wollte und diese auch noch mit Heuschrecken verglich, läuft das Argument von Köhler an dieser Stelle umgekehrt. Er entpersonalisiert das Problem, indem er die Struktur des Finanzmarktes kritisiert. Dort passieren schließlich Sachen, die eben nicht mehr von einzelnen oder Gruppen kontrolliert werden können.
Deshalb fordert Köhler ja gerade eine internationale Kontrolle der globalisierten Finanzmärkte. Ökonomien werden schließlich auch auf nationalstaatlicher Ebene kontrolliert, um Krisen besser in den Griff zu bekommen oder zu vermeiden. Dies ist eine Aufgabe, die der IWF auf internationaler Ebene teilweise erfüllen könnte. Die Institution ist meine Meinung nach jedoch weder demokratische noch Einflussreich genug, um eine solche Aufgabe wahrzunehmen. Um Krisen dieser Art verhindern zu können, bedürfte es einer starken, akzeptierten und handlungsfähigen Institution. Diese Institution zu schaffen, dürfte eine Aufgabe sein, mit der sich in den nächsten Jahrzehnten noch herumgeplagt werden dürfte…
Die Globalisierung hat für viele Vorteile aber nicht für alle. Das weiß auch Joseph Wilhelm (Gründer von Rapunzel) und will deswegen mit dem Preis eine Richtung vorgeben.
Im Zuge der Globalisierung verdichten sich die Kommunikationswege, die Verkehrswege und auch der Handel. Dies bietet für viele Menschen ökonomische und soziale Perspektiven. Leider ist das nicht für alle der Fall. So gibt es auch viele Verlierer der Globalisierung und demnach auch eine sehr große Armut. Joseph Wilhelm hat sich schon früh mit Themen dieser Art auseinandergesetzt und versucht auch mit seinem eigenen Unternehmen einen Beitrag zur ökologischen und sozialen Gestatung der Globalisierung beizutragen.
Um nicht einfach nur ein gutes Beispiel zu sein, hat er nun den “One World Award” ins Leben gerufen. Er soll nachhaltige Entwicklungen Fördern, indem Engament ausgezeichnet wird, das ökonomisch, ökologisch und soziale ist. Der Preis wird zum ersten Mal am 19. Juni 2008 von der Federation of Organic Agriculture Movements e.V. (IFOAM) in Italien verliehen. Der Preist ist dotiert mit einem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro. Dabei ist die IFOAM Schirmherrin. Die Jury wird bestehen auch WIlhelm selbst und Vandana Shiva und Egzeabher die beide den alternativen Nobelpreis gewonnen haben. Außerdem wird der Jury noch IFOAM Vizepräsident
Alberto Pipo Lernoud angehören.
Der Preis soll alle zwei Jahre vergeben werden. Es bleibt zu hoffen, dass es ihm tatsächlich möglich sein wird positive Impulse zu setzten und an die soziale Verantwortung von Unternehmen zu erinnern.
Siemens ist vor ungefähr anderthalb Jahren von einem Skandal erschüttert worden. Schmiergelder wurden gezahlt und nun endlich wird mit den ehemaligen Managern abgerechnet.
Eigentlich ist es nicht sonderlich verwunderlich: Es werden Gelder dafür gezahlt, dass bestimmte Geschäfte abgewickelt werden. Manchmal wird das aber nicht gerne gesehen. Zumindest sollte es nicht an die Öffentlichkeit geraten. Siemens ist das passiert. Über eine Milliarde Euro ist irgendwohin verschwunden. Es wurde klar, dass es als Schmiergeld im Ausland eingesetzt worden ist.
Alle waren natürlich erschüttert und Oberstaatsanwalt Anton Winkler spricht von einer großen Ausnahme. Dabei müssen viele bei Siemens von diesen Geldern gewußt haben. Und so mussten einige auch schon Strafen in Millionenhöhe zahlen. Nun greift der neue Vorstand endlich auch die alte Führung direkt an und stellt Vermutungen über deren Verwicklungen an. Andreas Pohlmann greift nun dirket Pierer an. Man könnte sagen: dass wurde auch Zeit. Die konsequente und schnelle interne Verarbeitung hat nach nun fast zwei Jahren doch auch endlich das Top-Management erreicht.
Bei einer solchen Situation stellt sich die Frage, ob die interne Kontrollmechanismen genügen um weitere Fälle dieser Art zu vermeiden. Die internationale Konkurrenz ist groß und die Versuchung sich illegaler Mittel zu bedienen um Erfolge feiern zu können groß. Bei über einer Milliarde Schmiergelder mag man sich das Volumen der getätigten Geschäfte gar nicht vorstellen. Da sind die Geldstrafen wahrscheinlich gut zu verkraften.