Vor einigen Wochen noch schien es so, als könne die Commerzbank sich Hoffnungen machen, die Postbank zu übernehmen. Mittlerweile wird Allianz jedoch als Wunschpartner gehandelt. Grund hierfür sind auch Ängste der deutschen Politik.
Der Bund ist der größte Aktionär der Postbank. Deshalb hat er natürlich ein wichtiges Mitspracherecht, an wen verkauft werden soll. Nun wurde sich scheinbar für die Allianz mit dem Tochterunternehmen Dresdener Bank entschieden. Die Mitkonkurrenten Deutsche Bank und Commerzbank dürften dies nicht mit Freude sehen. Inbesondere die Commerzbank dürfte von den Entwicklungen enttäuscht sein, so hoffte man doch schon die Bank zu bilden mit den meisten Privatkunden. Die Argumentation des Bundes ist jedoch mal wieder etwas seltsam. Sie ist geprägt von Angst, von der Angst die bösen Ausländer könnten kommen und in Deutschland investieren. Die Commerzbank sie schließlich an der Börse mit nur 11 Milliarden Euro dotiert und die Allianz mit immerhin 50 Milliarden Euro. Da würde doch ein Unternehmen aus Commerzbank und Postbank ein lohnenswertes Investment für ausländische Übernahmen. Das könne mit der Allianz nicht so leicht passieren. Doch wovor hat man Angst? Deutsche Unternehmen sind nicht besser als jedes beliebige andere Unternehmen. Schließlich geht es bei allen Unternehmen darum wirtschaftlich erfolgreich zu handeln und neue Stellenangebote zu schaffen.. Oder hat der Bund die Hoffnung, dass inländische Eigentümer wirtschaftlich unsinnige Entscheidungen treffen wohingegen ausländische Eigentümer wirtschaftlich notwendige Entscheidungen treffen? Man weiß es nicht so genau. Es drängt sich zumindest der Verdacht auf das bei solchen Leuten wie Michael Glos (CSU) der Nationalismus doch mal wieder ausgeprägter ist, als der Wunsch Entwicklungen des globalen Marktes Rechnung zu tragen.
Die Citigroup, die nach dem Abgang von Chuck Prince auf der Suche nach einem neuen Finanzchef ist, handelte sich heute die Absage vom Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann, ein. Prince musste seinen Hut nehmen, weil im Zuge der Finanz- und Immobilienkrise milliardenschwere Abschreibungen notwendig wurden und mit Gewinneinbrüchen von sechs bis sieben Milliarden Euro gerechnet werden muss.
Josef Ackermann – das Gesicht der Deutschen Bank, gehört seit 2002 zum Unternehmen und machte in Deutschland zunächst nur dadurch Schlagzeilen, dass er trotz eines Gewinnrekordes der Deutschen Bank einen rapiden Stellenabbau ankündigte und damit eine Lawine der Entrüstung im deutschen Blätterwald verursachte. Doch dieses selbstbewusste Auftreten passt zum Profil des Schweizer Bankiers, der für seinen kompromisslosen Management bekannt ist. Er brachte das schlingernde Flaggschiff des deutschen Finanzmarktes innerhalb kürzester Zeit wieder auf Kurs und erntete damit den Respekt bei den Finanzexperten. Ackermann gilt als einer der meistverdienenden Manager in Deutschland und weiß seine Kritiker durch ein umfangreiches Wissen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Einziger Schatten seiner Karriere bleibt das Involvieren im Mannesmann-Prozess, wo er zwar freigesprochen wurde, aber aufgrund seines Auftretens in negativer Erinnerung bleibt.
Der 59 jährige Ackermann wäre für die Citigroup die Idealbesetzung für den Finanzposten gewesen, aber anscheinend hegt Ackermann kein Interesse. Trotz dieser Absage, die noch nicht von der Deutschen Bank bestätigt wurde, rechnen viele Experten mit einem Abgang Ackermanns beim deutschen Finanzhaus.