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Der Rücktritt von DB Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn kommt für viele mit Verspätung. Schon seit Wochen kämpft die Deutsche Bahn mit dem Spähskandal, nun übernimmt Mehdorn die Verantwortung und zieht die entsprechenden Konsequenzen.

Deutschen Bahn © flickr / ➨ Redvers

Sonderermittlungen bei der Deutschen Bahn ergaben, dass jahrelang unter anderem E-Mails von 70.000 bis 80.000 Bahn-Angestellten systematisch gefiltert und ausgespäht wurden. Darüber hinaus seien im Herbst 2007 E-Mail mit Streikaufrufen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer, GDL, aufgehalten worden.

Mehdorns Rücktritt ist Konsequenz aus der Datenaffäre bei der DB

Er habe sich persönlich nichts vorzuwerfen, so das Fazit von Bahn-Chef Hartmut Mehdorn in Bezug auf die Datenaffäre bei der Deutschen Bahn AG. Dennoch bot er bei der Vorstellung der Jahresbilanz seinen Rücktritt an. weiterlesen »


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Bisher war man von der Deutschen Bahn nur Verspätungen um einige Stunden gewohnt, doch nun verspätet sie sich um einiges mehr. Die Verspätung an der Börse kommt jedoch genauso wenig überraschend wie die Verspätung der Züge.

Deutsche Bahn flickr az ©Redvers

Schon seit einiger Zeit ist klar, dass ein Gang an die Börse in Zeiten der Finanzkrise eher schwierig ist. Gute Investoren zu finden ist nicht leicht. Und so geht es auch der Deutschen Bahn. Diese wollte eigentlich am 27 Oktober das IOP wagen. Dies wird nun allerdings verschoben werden. Der Börsengang der Bahn-Tochter Mobility Logistics sollte ursprünglich um die acht Milliarden Euro in die Kassen spülen. Aktuelle Kalkulationen sagen jedoch vorraus, dass bei einem Börsengang ende Oktober nur ungefähr 4 Milliarden Euro Erlös erziel werden könnten. Ein Verkauf unter 4,5 Milliarden Euro wäre jedoch kaum angemessen und käme einer Verramschung der Aktien gleich. weiterlesen »


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Deutsche Bahn flickr az ©Redvers

Nach dem ganzen Theater um die Teilprivatisierung der Bahn sind die Verantwortlichen richtig froh auch mal etwas Positives vermelden zu können. Laut Presseberichten habe das Unternehmen in den ersten vier Monaten des Jahres über 20 Millionen neue Kunden gewonnen, die vom Auto auf die Bahn umgestiegen sind.

Nachdem der Verkauf von bahneigenen Gewerbeimmobilien etwas in Verzug geraten ist, könnten nun die steigenden Passagierzahlen für erfolgreiche Ergebnisse bei der Bahn sorgen. Verantwortlich für die enorme Steigerung sind die ständig höher ausfallenden Benzinpreise, wo eine Reise mit der Bahn die inzwischen günstigere Variante ist. Vorstandsmitglied Karl-Friedrich Rausch äußerte sich gegenüber de Bild-Zeitung wie folgt: „Immer mehr Autofahrer kaufen Tickets, statt zu tanken. Jetzt tun wir alles, um die Neukunden mit einer guten Leistung dauerhaft bei der Bahn zu halten.“

Nach dem „Ja“ zur Teilprivatisierung scheint dies ein sehr gutes Jahr für die Deutsche Bahn zu werden. Dank der Zustimmung der Gewerkschaften steht dem Börsengang des Unternehmens kaum noch etwas im Wege, allerdings gibt es noch immer Problemfelder, die behoben werden müssen. So wäre es für die Bahn lukrativer, an entlegenen Bahnstrecken Grundstücke zu verkaufen, um unnötige Kosten zu sparen. Dafür möchte man gerade bei der Kundenbetreuung neue Akzente setzen.


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Nun ist bekannt geworden, dass die Deutsche Bahn scheinbar nach ihrer Privatisierung plant, bis zu 9000 Beschäftige in 30 unterschiedlichen Tochterfirmen unterzubringen.

Bahn Tower (c) Andreas SteinhoffDiese Art der Aufteilung könnte wichtige Konsequenzen für die Angestellten der Deutschen Bahn haben. Es ist schließlich noch nicht lange her, dass es zu starken Lohnkämpfen innerhalb der Deutschen Bahn gekommen ist. Mehdorn hat sich vehement gegen Lohnforderungen der GDL zur Wehr gesetzt. Die Ergebnisse wurden dann jedoch in Tarfiverträgen festgehalten, die sich mühsam erkämpft worden sind.

Da mutet es fast wie ein Trick an, wenn, wie nun bekannt wurde, die Bahn in bis zu 30 Tochterfirmen zerlegt werden soll. Dies hieße dann, dass für die bis zu 9000 Angestellten der Tochterfirmen die Tarifverträge nicht mehr gelten würden.

Deutsche Bahn Mitarbeiter public domainDie Deutsche Bahn hat hiermit schon in der Vergangenheit erfolg gehabt. So handelt es sich bei der DB Heidekraut um einen Ableger solcher Art. Dort gelten die Tarifverträge jedoch nicht und die DB konnte mit Lohndumping im Konkurrenzkampf um eine Strecke als Sieger hervorgehen.

Diese zunkünftige Aufgliederung der DB war dem neuen Arbeitdirktor der DB Norbert Hansen scheinbar schon lange bekannt. Kritisiert wird er von der SPD und GDL für seine Politik der Privatisierung und des Konkurrenzkampfes durch Lohndumping. Hansen weist die Kritik zurück und behauptet, dass es keine Tarifflucht geben würde. Mir scheint diese Behauptung jedoch mehr als Fadenscheinig. Es dürfte sich wohl nur um eine Frage der Zeit handeln, bis in den Tochterunternehmen zu deutlich niedrigeren Löhnen gearbeitet wird. Als positive Dreingabe dürfte Hansen die erschwerten Bedingungen des Arbeitskampfes sehen, wenn die DB in soviele Tochterunternehmen zergliedert wird.


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Im Rahmen einer Studie von Junge Karriere des Handelsblatts und der Corporate Research Foundation wurden die Top Arbeitgeber des Jahres 2008 ermittelt.

Es wurden 88 deutsche Unternehmen, die sich beworben haben, untersucht und bewertet. Dabei ging es um die Güte in den Bereichen: Jobsicherheit, Marktführerschaft, Vergütung, Entwicklungsmöglichkeiten und letzlich noch Work-Life-Balance. Dabei ist ein Ranking herausgekommen, dessen Top10 ich ihnen nicht vorenthalten möchte.

Platz 10: Abbott

Platz 9: Deutsche Bahn (man soll es aufgrund der Streiks in letzter Zeit nicht meinen, aber es ist so)

Platz 8: Philip Morris (trotz der Raucherverbote die mittlerweile beschlossen sind)

Platz 7: Dell

Platz 6: Schwäbisch Hall

Platz 5: Sanofi-Aventis Deutschland

Platz 4: Bosch Rexroth

Platz 3: Citibank Privatkunden

Platz 2: Deutsche BP

Platz 1: Carl Zeiss

Falls sie also auf der Suche nach neuen Entfaltungsmöglichkeiten sein sollten, lohnt sich sicherlich ein Blick in die Studie, bei der die einzelnen Kategorien genauer beschrieben und bewertet sind. Ob es da unbedingt ein Unternehmen aus der Top10 sein muss, ist nicht ausgemacht. Ein Job im Ausland ist übrigens auch nicht zu verachten. Da wird es auch sicherlich noch ein paar Unternehmen geben, die weiter oben anzusiedeln wären, als es die Top10 der deutschen Unternehmen erlaubt.


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Wenn Hartmut Mehdorn nach dem wochlangen Drama um den Tarifabschluß bei der Bahn nun Arbeitsplatzabbau, Jobverlagerung und das Ende der Beschäftigungssicherung ankündigt, führt das zu einem Aufschrei bei Politikern und Kommentatoren. Wahlkämpfer wie Michael Roth fordern eilfertig seinen Rücktritt. Politiker die im Schatten der Macht stehen, wie Fritz Kuhn, profilieren sich mit sonderbaren Formulierungen wie „Cholerisches Rumpelstilzchen“. Nehmen wir mal die Emotionen aus diesem Thema. Was ist wirklich passiert?

Ein Lenker eines großen Unternehmens muß Bilanz ziehen und stellt fest:

  1. Es wird ungeplante Ausgaben in Millionenhöhe geben (der Tarifabschluß)
  2. Es ist nicht möglich, dies durch mehr Umsatz auszugleichen
  3. Die Eigentümer erwarten weiterhin eine entsprechen Rendite (oder habe ich die Aussage von Herrn Tiefensee versäumt, der Herr Mehdorn zugesichert hat, das der Bund zukünftig nicht mehr so viel Geld von der Bahn braucht?)

Was muß ein Mann tun, der die Verantwortung über einen Großkonzern hat? Allen mußte klar sein, das der Tarifabschluß bei der Bahn, der sicher nicht moderat ist, Konsequenzen haben wird. Haben wir es bei den Kommentatoren mit Ahnungslosen, Blauäuigen oder schlimmer noch, berechnenden Populisten zu tun? Die Bahn ist ein Wirtschaftsunternehmen, das unter ungewöhnlichen Rahmenbedingungen arbeiten muß. Ein bißchen Staat, ein bißchen Privatwirtschaft – also das, was der Volksmund als “halbschwanger” bezeichnet. In dieser Situation leistet Herr Mehdorn einen sehr anerkennswerten Job. Er wird im übrigen in hohen Maße variabel bezahlt, d.h. sein Gehalt hängt von den Zielen ab, die die Eigentümer vorgeben. Ein „weiter so“ als Parole ausgeben, wäre in dieser Situation verantwortungslos! Was meinen Sie?


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