Oft könnte man den Eindruck gewinnen, als ob die soziale Verantwortung von Unternehmen im Widerspruch zu den ökonomischen Interessen der Unternehmen stehen würden. Deshalb gerät jedes soziale Engagement von Firmen auch schnell in den Verdacht eine Marketingstrategie zu sein.
Für das soziale Engagement von Unternehmen gibt es viele unterschiedliche Namen. Die Abgrenzungen fallen schwer. Ob nun Corporate Responsibility, Corporate Social Responsibility oder Corporate Citizenship: das Konzept das dahinter steht ist immer recht ähnlich. Die Interessen des Unternehmens sollen in Einklang gebracht werden mit gesellschaftlichen Interessen. Dabei muss zunächst verstanden werden, dass der wirtschaftliche Erfolg eines Unternehmens alleine noch keine positive Auswirkung auf Gesellschaft haben muss. Die Handlungsspielräume der Unternehmen sind groß und damit auch die Möglichkeiten eine soziale Verantwortung wahrzunehmen.
Ökologie und Wirtschaft sind durchaus miteinander kompatibel. Siemens ist ein gutes Beispiel hierfür.
Oft wird so getan, als ob Umweltschutz für die Wirtschaft ein Problem wäre. Hierbei ist sicherlich zu trennen zwischen Unternehmen, die Produkte herstellen, die umweltfreundlich sind und Unternehmen, die diese dann einsetzten sollen wie z.B. in der Produktion von Autos. Langfristig haben jedoch auch Unternehmen die umweltschonend arbeiten einen Vorteil. Die Energiekosten werden gesenkt und die Endverbraucher achten zunehmend auf Ökologie bei ihrer Produktauswahl. Für Unternhemen die auf Corporate Social Responsibilty achten ergeben sich in der Kundebindung und in Interaktion mit staatlichen Akteuren deutliche Vorteile.
Im Zuge ökologischer Krisen und des Anstiegs des Ölpreises stehen die Autoproduzenten nun unter ausreichendem Druck um Alternativen zu entwickeln. Interessanterweise kommen die Innovativsten Ideen nicht von den großen Konzernen, sondern von kleinen, die versuchen sich durchzusetzten.
Die spannendste Idee ist wohl das Luftauto. Der Prototyp der Autofirma MDI ist bereits fertig gestellt. Es gab jedoch lange Zeit Probleme mit der Finanzierung. Guy Negre hat sich schon seit den 90zigern um eine Finanzierung seiner Erfindung bemüht, ohne sonderlich großen Erfolg dabei zu haben. Die großen Unternehmen lächelten eher über das Lufdruckauto. Die wirtschaftliche Effizienz stand in Frage.
Kürzlich ist bekannt geworden, dass Lichtblick nicht wie versprochen 100% Ökostrom verkauft, sondern aus anderen Quellen Strom hinzukauft.
Das Image eines Unternehmens ist immer wichtig. Besonders wichtig ist es, wenn bestimmte Eigenschaften mit einem Firmennamen verbunden sind. Noch wichtiger ist es, wenn die Kunden insbesondere auf diese Eigenschaften achten. Dies ist insbesondere im Ökologie Bereich der Fall. Die Kunden achten hier penibel darauf, was die Produkte darstellen.
Die Globalisierung hat für viele Vorteile aber nicht für alle. Das weiß auch Joseph Wilhelm (Gründer von Rapunzel) und will deswegen mit dem Preis eine Richtung vorgeben.
Im Zuge der Globalisierung verdichten sich die Kommunikationswege, die Verkehrswege und auch der Handel. Dies bietet für viele Menschen ökonomische und soziale Perspektiven. Leider ist das nicht für alle der Fall. So gibt es auch viele Verlierer der Globalisierung und demnach auch eine sehr große Armut. Joseph Wilhelm hat sich schon früh mit Themen dieser Art auseinandergesetzt und versucht auch mit seinem eigenen Unternehmen einen Beitrag zur ökologischen und sozialen Gestatung der Globalisierung beizutragen.
Um nicht einfach nur ein gutes Beispiel zu sein, hat er nun den “One World Award” ins Leben gerufen. Er soll nachhaltige Entwicklungen Fördern, indem Engament ausgezeichnet wird, das ökonomisch, ökologisch und soziale ist. Der Preis wird zum ersten Mal am 19. Juni 2008 von der Federation of Organic Agriculture Movements e.V. (IFOAM) in Italien verliehen. Der Preist ist dotiert mit einem Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro. Dabei ist die IFOAM Schirmherrin. Die Jury wird bestehen auch WIlhelm selbst und Vandana Shiva und Egzeabher die beide den alternativen Nobelpreis gewonnen haben. Außerdem wird der Jury noch IFOAM Vizepräsident
Alberto Pipo Lernoud angehören.
Der Preis soll alle zwei Jahre vergeben werden. Es bleibt zu hoffen, dass es ihm tatsächlich möglich sein wird positive Impulse zu setzten und an die soziale Verantwortung von Unternehmen zu erinnern.
Nachdem sich im Zuge der Steuerhinterziehungen einiger Top-Manager nahezu ein Skandal entwickelt hat, nutzen Politker die Gunst der Stunde, um die Debatten um Manager, Verhalten und Gehälter wieder loszutreten.
Eine Kritik an den Gehältern von Managern hat es schon früher gegeben. Nun wird die Debatte jedoch im Zuge einer allgemeinen Debatte über Managerverhalten wieder neu entfacht. So verweist z.B. Glos darauf, dass Manager eine Verantwortung für die Gesellschaft zu tragen hätten. Ähnliche Kritik äußerten auch Steinmeier, Peter Müller, der DGB und weitere. Die Forderung nach einer stärkeren Kontrolle der Manager und nach mehr Transparenz wird laut. Im gesellschaftlichen Bild verdienen Manager eh schon mehr als ihnen zustehe und dann werden auch noch Steuern hinterzogen. Verdi-Chef Frank Bsirske sprach sogar von einer tief empfundenen Ungerechtigkeit. Von Seiten des DGB wurde gefordert die Managerbezüge offen zu legen. In diesem Zuge wurde auch bemängelt, dass die Selbstverpflichtung der Unternehmen, im Sinne des Corporate Social Responsibility nicht ausreiche. Aber wie hoch soll die Bezahlung von Managern sein und wie können Kontrollen eingerichtet werden? Diese Fragen beschäftigen die Politik. Oft wird dabei jedoch übertrieben und nahezu ein Hetzjagd auf Manager betrieben, die eher von Neid oder Populismus getrieben zu sein scheint als von Sachargumenten. Es stellt sich die Frage, was es denn wirklich bringt, wenn Manager weniger Geld bekommen. Wahrscheinlich nichts. Weder werden die Angestellten deshalb mehr bekommen, noch wird die Arbeitsqualität erhöht werden. Für die Kontrollen und Transparenz von Wirtschaftsunternehmen lohnt sich allerdings eine Debatte. Klar muss nur sein, dass dann auch die Grenze zwischen einer rein privaten Angelegenheit Wirtschaft und dem öffentlichen Bereich verschwimmt. Wenn jedoch Entscheidungen der Wirtschaft als etwas betrachet wird, dass alle betrifft und damit nicht nur Sache der Eigentümer ist, dann muss eine öffentliche Debatte um Regeln für die Wirtschaft geführt werden. Übrigens wäre es illusorisch zu glauben, dass es nicht schon viele und starke Regeln für das Wirtschaften gäbe.
Die soziale Verantwortung von wirtschaftlichen Unternehmen ist in letzter Zeit zu einem Mode-Thema geworden. Aber was ist diese “corporate social responsibility” (CSR) und kann sie halten was sie verspricht?
Die Verantwortung von Unternemhen für die Gesellschaft wird sicherlich schon sehr lange diskutiert. Erstmals zu einem wissenschaftlichen Thema wurde sie wahrscheinlich durch den Artikel “Social Responsibilities of the Businessman” von Howard R. Bowen aus dem Jahr 1953. Wurde in dem Beitrag noch dafür argumentiert, dass sich Unternehmen an gesellschaftlichen Werten orientieren sollten, wurde in den 70er Jahren schon vertreten, dass wirtschaftliche Unternhemen Gesellschaft auch aktiv mitgestalten sollten. In den 80er Jahren galt CSR als Gegenentwurf zum Shareholder Value-Gedanken. In den 90er Jahren ging auch der Gedanke der ökologischen Verantwortung in dem Konzept der CSR auf. Die Idee der CSR kam in dieser Art in Europa etwas später an, auch wenn es in Deutschland schon länger Traditionen der unternehmerischen Verantwortung gab. Diese hatte jedoch häufig einen üblen nationalistischen Beigeschmack und hat diesen noch immer. Dies ist auch an dem Konzept der Deutschland AG erkennbar, die gerne beschwört wird, wenn es um die Abwehr internationaler Kapitalflüsse geht. Antiamerikanische und strukturell antisemitsche Argumentationen sind in diesem Zusammenhang keine Seltenheit. Aber wofür steht nun CSR? Es geht um den freiwilligen geleisteten Beitrag der Unternehmen zu einer Entwicklung, die nachhaltig ist und der über die vom Gesetzgeber gestellten Forderungen (Compliance) hinausgeht. Dieses verantwortliche Handeln der Unternehmen auf dem Markt, geht vom Umweltschutz bis hin zu dem Verhätltnis zu den Mitarbeitern und dem Austausch mit den betroffenen Gruppen (Stakeholdern). Die hier kurz umrissenen soziale Verantwortung der Unternehmen lässt sich detailreicher mit dem Drei-Säulen-Modell beschreiben. Dies ist ein Konzept, das behauptet, dass die insgesamte Performance eines Unternehmens an dem Maße bewertet werden sollte, wie sie dazu beiträgt ökonomischen Wohlstand zu mehren, die Umwelt zu erhalten und soziales Kapital zur Verfügung zu stellen. Die wirtschaftliche Ebene ist dabei auf langfristige Erträge aus den zur Verfügung stehenden Ressourcen gerichtet, die Ebene der Umwelt richtet sich auf den nicht zerstörerischen Umgang mit der Natur allgemein und den Ressourcen, die verwendet werden, im Speziellen und die soziale Ebene richtet sich auf die Distributive Gerechtigkeit, das heißt eine, die innerhalb einer Generation und zwischen Generationen herrscht. Es treten hierbei jedoch Probleme auf. Schließlich ist ein Unternehmen vorrangig an Gewinnen ausgerichtet und so kann CSR zu einer Marketingstrategie verkommen, bei der es nur darum geht ein positives Bild von dem eigenen Unternehmen zu zeichnen. Die Verantwortung die übernommen wird, ist meist nicht bindend, denn es handelt sich um Selbstverpflichtungen, die oft nicht eingehalten werden. Um die Verantwortung von Unternehmen bindender zu gestalten, müssten Wirtschaftsdemokratische Elemente eingeführt werden, die den betroffenen von Wirtschaftsentscheidungen von Unternehmen ein Mitspracherecht zubilligt. Dem werden die Unternehmen wohl kaum zustimmen aber ihre Verantwortung erfüllen sie trotzdem oft nicht.