Die Zukunft von Premiere ist unklar. Bisher gelang es nicht schwarze Zahlen zu schreiben. Murdoch schien Börnicke nicht für geeignet zu halten dies zu ändern.
Am Mittwoch reichte Börnicke überraschend seinen Rücktritt ein. Er gab persönliche Gründe als Ursache hierfür an. Dies wirkt jedoch nicht sehr überzeugend. Es ist recht klar, dass Murdoch hier ein Machtwort gesprochen haben dürfte. Murdoch ist über die News Corp. immerhin größter Einzelaktionär von Premiere. weiterlesen »
Die Besonderheit des Falls Lidel wurde schnell eingeschränkt, als bekannt wurde, dass auch andere Unternehmen ihre Mitarbeiter bespitzeln. Nun wurde auch bekannt, dass die Telekom auf höherer Ebene ebenso verfuhr.

Was dürfen Unternehmen und was nicht? Natürlich müssen die Arbeitgeber wissen, was ihre Arbeitnehmer so machen, doch dazu dürfen sie nicht alles tun. Manche Dinge sind grenzüberschreitend. Dies hatte Lidel eindrucksvoll bewiesen, hatte die Supermarktkette doch eigens Detektive eingestellt, die selbst den Toilettengang und private Beziehungen der Mitarbeiter_innen überwacht haben.
Nun ist jedoch auch die Telekom ins Fadenkreuz geraten. Einige Mitarbeiter_innen haben scheinbar brisante interne Informationen der Telekom nach außen weiterverkauft. Natürlich hat die Konzernspitze dann ein Interesse an Aufklärung. Was die Polizei nur in besonderen Fällen darf, darf die Telekom natürlich erst recht nicht. Dazu gehört die Überprüfung von privaten Telefonaten von Mitarbeiter_innen. Das hat die Konzernspitze jedoch offensichtlich getan.
Nun ist man bemüht die Sache aufzuklären und die Wogen zu glätten. Der Aufsichtsrat hat sich dabei hinter den Konzernchef Obermann und seine Bemühungen gestellt. Der Ex-Konzernchef Kai-Uwe Riecke wies dabei sämtliche Vorwürfe zurück. Sonderlich glaubhaft wirkt dies jedoch nicht. Schließlich haben andere schon bestätigt, dass der Auftrag von ganz oben käme. Damit sind Riecke als auch Zumwinkel sicherlich im Fadenkreuz der Aufklärungsermittluingen.
Dabei dürfte klar sein, dass es sich um schwere Fehler des Managements gehandelt haben dürfte. Ein Führung, die es nötig hat, ihre eigenen Mitarbeiter_innen derart zu bespitzeln, hat versagt. Leider scheint es oft spät aufzufallen, wenn das Management versagt, da die eigenen Fehler oft versucht werden zu vertuschen.
Nach der Entscheidung Hapag-Lloyd zu verkaufen geriet der Aufsichtsrat in Kritik und zog den Unwillen des größten Aktionärs von TUI auf sich.
Das Ausichtsratmitglied Krumnov hatte die Entscheidung vorangebracht Hapag-Lloyd zu verkaufen. Damit sollte sich auf das Kerngeschäft Tourismus konzentriert werden. Dies hat vielen nicht gefallen und insbesondere John Fredriksen nicht. Bei ihm handelt es sich nun nicht um irgendeinen, sondern um den größten Einzelaktionär. Er fühlte sich veranlaßt die Politik des Aufsichtsrates zu ändern und Krumnov abzuwählen.
Zuvor hatte sich allerdings schon der zweitgrößte Einzelaktionär Alexej Mordaschow zusammen mit anderen Aktionären hinter Krumnov gestellt. Dies ist nicht verwunderlich, denn auch Mordaschow hat Interesse daran sich auf den Tourismus Bereich zu konzentrieren. Er würde gerne mit TUI den russichen Markt erobern.
Die Abwahl Krumnovs ist nur knapp gescheitert. Fast 43% waren für eine Ablösung. Dies ist auch insofern ungünstig, als dass es dem Aufsichtsrat schwer fällt Entscheidungen zu treffen, wenn ein großer Teil der Aktionäre kein Vertrauen zu den Entscheidungen hat. Nun liegt es also an Krumnov die Wogen zu glätten und wieder ein Klima herzustellen, in dem eine vernünftige Unternehmenspolitik betrieben werden kann.
Einige Stimmen hatten bemängelt, dass der Verkauf von Hapag-Lloyd zu dieser Situation, in der es eine angespannte Lage der Finanzwelt gibt, zu einem suboptimalen Verkaufserlös führt. Dennoch ist man bei TUI Willens, den Verkauf nun zügig abzuwickeln. Der erreichbare Preis auf dem Markt schein hinreichend angemessen. Ob Frenzel und Krumnov recht behält, wird sich dann wohl in den weiteren Jahren der Entwicklung TUIs zeigen.
Während wir das letzte Mal über die Höhe der Manager-Gehälter diskutiert haben, kommen wir heute zu den Aufsichtsräten. Sie sind es, die über Höhe und Zusammensetzung der Gehälter entscheiden. Ein Aufsichtsrat ist das Kontrollgremium, das den Vorstand überwachen soll. So hat es das deutsche Aktienrecht vorgesehen. Anders als in den USA, wo Vorstand und Kontrollgremium mit denselben Personen besetzt werden können, wollen wir in Deutschland eine Verteilung von Macht und Aufgaben.
Wer sitzt eigentlich in deutschen Aufsichtsräten? Natürlich auch Arbeitnehmervertreter und Politiker. Warum haben die sich nicht gegen Höhe und Struktur der Gehälter gestemmt – zumindest über die Medien? Wie SPD-Fraktionsvize Ludwig Stiegler im Tagesspiegel feststellte, seien Bestandteile der Managergehälter an den Kurswert gekoppelt „… und würden sich nicht am Gesamtwohl eines Unternehmens und den Arbeitnehmerinteressen orientieren.“ Noch einmal – wer sitzt denn in den Aufsichtsräten??? Warum werden hier nicht qualitative Ziele formuliert? Warum sehen wir eigentlich nicht folgende Vorgaben für Manager:
Wir wollen doch nicht unterstellen, überall wo es schief läuft, erleben wir Methoden à la VW. Aufsichtsräte sind zu oft überfordert (was anderes möchte ich hier nicht unterstellen) und wenn sie dann noch auf Wirtschaftsprüfer treffen, die das Offensichtliche nicht sehen, geraten Aktionärs- wie Arbeitnehmerinteressen in ernste Gefahr. Wie sollen jedoch Mitglieder eines Aufsichtsrates ernsthaft als Kontrollinstanz fungieren, wenn sie mehr als 5 Mandate wahrnehmen – und das neben ihrer eigentlichen Tätigkeit? Deshalb sollten wir über folgende Veränderungen nachdenken: