Man gewinnt den Eindruck, die Deutsche Bank wollte ihre Verluste im Zuge der Finanzkrise vertuschen und lieber darauf warten, dass sich die Wogen etwas geglättet haben. Nun mussten sie jedoch weitere Millardenabschreibungen eingestehen.
Noch vor wenigen Monaten konnte Ackermann strahlen. Die Deutsche Bank unter seiner Führung sei recht unbeschadet aus der Finanzkrise hervorgegangen. Diese frohe Botschaft durfte Ackermann mit seinem 60ten Geburtstag kombinieren. Die Medien haben es geglaubt, obwohl fachkundige Analysten schon länger Zweifel an dieser glücklichen Geschichte hatten. Somit wurde auch an der Gewinnprognose von 8,4 Milliarden Euro festgehalten.
Nun musste die Deutsche Bank jedoch in ihrem Geschäftbericht erwähnen, dass es dann doch wohl zu ein paar Abschreibungen käme. So zwei Milliarden oder so wären dann doch aufgetaucht, die abgeschrieben werden müssten. Aufmerksamen Lesern und Leserinnen des Geschäftsberichts ist dies aufgefallen. Nun wundert man sich etwas, ob die Deutsche Bank weiterhin eine solche Unternehmenspolitik fahren möchte und negative Nachrichten eher verheimlicht, als offen damit umgeht.
Einige dürfte es freuen, dass der strahlende Ackermann, der zuvor noch recht offensiv andere Unternehmen kritisiert hat, nun selber Kritik über sich ergehen lassen muss. Es bleibt nur zu hoffe, dass dies Ackermann eine Lehre sein wird. Schließlich gehört es nicht gerade zum guten Umgangston, seinen Investoren und Anlegern etwas vortäuschen zu wollen. Dass dies Ackermann gelungen ist, sollte jedoch zu denken geben. Einige Auswüchse der Finanzkrise dürften auch damit zu tun gehabt haben, dass erfolgreich etwas vorgetäuscht worden ist…

Die Citigroup, die nach dem Abgang von Chuck Prince auf der Suche nach einem neuen Finanzchef ist, handelte sich heute die Absage vom Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann, ein. Prince musste seinen Hut nehmen, weil im Zuge der Finanz- und Immobilienkrise milliardenschwere Abschreibungen notwendig wurden und mit Gewinneinbrüchen von sechs bis sieben Milliarden Euro gerechnet werden muss.
Josef Ackermann – das Gesicht der Deutschen Bank, gehört seit 2002 zum Unternehmen und machte in Deutschland zunächst nur dadurch Schlagzeilen, dass er trotz eines Gewinnrekordes der Deutschen Bank einen rapiden Stellenabbau ankündigte und damit eine Lawine der Entrüstung im deutschen Blätterwald verursachte. Doch dieses selbstbewusste Auftreten passt zum Profil des Schweizer Bankiers, der für seinen kompromisslosen Management bekannt ist. Er brachte das schlingernde Flaggschiff des deutschen Finanzmarktes innerhalb kürzester Zeit wieder auf Kurs und erntete damit den Respekt bei den Finanzexperten. Ackermann gilt als einer der meistverdienenden Manager in Deutschland und weiß seine Kritiker durch ein umfangreiches Wissen den Wind aus den Segeln zu nehmen. Einziger Schatten seiner Karriere bleibt das Involvieren im Mannesmann-Prozess, wo er zwar freigesprochen wurde, aber aufgrund seines Auftretens in negativer Erinnerung bleibt.
Der 59 jährige Ackermann wäre für die Citigroup die Idealbesetzung für den Finanzposten gewesen, aber anscheinend hegt Ackermann kein Interesse. Trotz dieser Absage, die noch nicht von der Deutschen Bank bestätigt wurde, rechnen viele Experten mit einem Abgang Ackermanns beim deutschen Finanzhaus.