Oft wird von den Mitarbeitern “unternehmerisches Denken” gefordert. Dabei wird selten gesehen, dass es nicht nur an den Mitarbeitern liegt, wenn dieses nicht geleistet wird sondern an den Führungskräften und der Unternehmenskultur. An beiden Stellen muss sich etwas ändern, damit unternehmerisches Denken ausgebildet werden kann.
Die Personalleitung ist mittlerweile oft nicht mehr einfach nur nach Mitarbeitern auf der Suche, die in ihrem Job gestellte Aufgaben nach gegebenen Vorgaben lösen können, sondern nach solchen, die selbstständig Aufgaben erkennen und diese selbstständig lösen können. Hierzu ist es notwendig über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und die Bereitschaft zu haben die Risiken der eigenen Entscheidungen zu tragen. Dies sind jedoch beides keine Kompetenzen die selbstverständlich sind. Nicht nur der Mitarbeiter muss sich um die Ausbildung dieser Fähigkeiten kümmern, auch die Unternehmensleitung muss Sorge dafür tragen.
Ein Grund, weshalb die Eigenverantwortung der Mitarbeiter nicht besonders ausgeprägt ist, ist sicherlich, dass sie es nicht anderes gelernt haben. Über Jahre hinweg wurde es nicht gerne gesehen, wenn sich die Mitarbeiter in Bereich einmischen, die nicht in ihren Kompetenzbereich fallen. Klassische hierachische Verhältnisse dominierten in den Betrieben. Dies hat sich wie Boltanski und Chiapello in “Der neue Geist des Kapitalismus” untersucht haben geändert. Doch einigen fällt es schwer sich auf die geänderten Bedingungen einzustellen. Dies ist jedoch nur einer der Gründe. Auch das höhere Management und die Unternehmenskultur müssen berücksichtigt werden.
Wenn man Eigenverantwortung fordert, muss man diese Eigenverantwortung auch zulassen. Einige Führungspositionen haben jedoch die Befürchtung, dass das Unternehmen nicht mehr kontrollierbar ist, wenn zuviele Menschen unternehmerisch denken und Eigenverantwortung tragen. Bisherige Erfahrungen zeigen jedoch, dass diese Befürchtung nicht begründet ist. Der Unternehmensleitung muss es nur gelingen einen Schritt zurückzutreten und sich auf die Steuerung der zentralen Prozesse konzentrieren. Eingenverantwortliche Entscheidungen der Mitarbeiter sollten nicht sanktioniert werden sondern kritisch begleitet und gefördert werden. Es muss eine Stimmung entstehen, in der sich die Mitarbeiter auch damit wohl fühlen Entscheidungen selbstständig zu treffen.