Deutsche Unternehmen werden fast ausschließlich von weißen, deutschen Männern geführt. Hierbei handelt es sich nicht nur um eine Form der Diskriminierung sondern auch um einen verspielten Wettbewerbsfaktor.
Der Leiter von Siemens hat diese Kritik auch am eigenen Unternehmen geübt. Peter Löscher fühlt sich nur von weißen deutschen Männern umgeben. Er beklagt die mangelhafte internationale Ausrichtung seines Unternehmens und den Umstand, dass keine Frauen in den Führungsetagen sind.
Dies ist jedoch eine Kritik, die nicht nur auf deutsche Unternehmen zutrifft. Es handelt sich eher um eine exemplarische Kritik. Keines der großen deutschen Unternehmen wird von einer Frau geführt und es sind so gut wie keine internationalen Vertreter in den Führungsetagen vertreten.
Für den globalen Markt ist jedoch auch ein globales Management und eine globale Unternehmenskultur aufzubauen. Immerhin ist Deutschland Exportweltmeister. Siemens macht den Großteil seines Umsatzes im Ausland. Dies gilt auch für viele andere deutsche Unternehmen. Vor diesem Hintergrund ist es völlig unverständlich warum in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern internationale Kompetenzen nicht in den Führungsetagen vertreten sind. Man hat fast das Gefühl, dass eine seltsame nationalistische Einstellung eine Rolle spielen würde, die vielleicht auch alten Konzeoten der Deutschland AG geschuldet sein mag.
Um im internationalen Wettbewerb bestand haben zu können, wäre es deutsche Unternehmen angeraten ihre Eindimensionalität zu überwinden und mal über den eigenen nationalen Tellerrand hinauszuschauen auch im Hinblick auf Stellenbesetzungen. Zusätzlich bieten sich Maßnahmen wie weltweite Umstrukturierungen wie sie Siemens aktuell durchführt.