Nachdem sich im Zuge der Steuerhinterziehungen einiger Top-Manager nahezu ein Skandal entwickelt hat, nutzen Politker die Gunst der Stunde, um die Debatten um Manager, Verhalten und Gehälter wieder loszutreten.
Eine Kritik an den Gehältern von Managern hat es schon früher gegeben. Nun wird die Debatte jedoch im Zuge einer allgemeinen Debatte über Managerverhalten wieder neu entfacht. So verweist z.B. Glos darauf, dass Manager eine Verantwortung für die Gesellschaft zu tragen hätten. Ähnliche Kritik äußerten auch Steinmeier, Peter Müller, der DGB und weitere. Die Forderung nach einer stärkeren Kontrolle der Manager und nach mehr Transparenz wird laut. Im gesellschaftlichen Bild verdienen Manager eh schon mehr als ihnen zustehe und dann werden auch noch Steuern hinterzogen. Verdi-Chef Frank Bsirske sprach sogar von einer tief empfundenen Ungerechtigkeit. Von Seiten des DGB wurde gefordert die Managerbezüge offen zu legen. In diesem Zuge wurde auch bemängelt, dass die Selbstverpflichtung der Unternehmen, im Sinne des Corporate Social Responsibility nicht ausreiche. Aber wie hoch soll die Bezahlung von Managern sein und wie können Kontrollen eingerichtet werden? Diese Fragen beschäftigen die Politik. Oft wird dabei jedoch übertrieben und nahezu ein Hetzjagd auf Manager betrieben, die eher von Neid oder Populismus getrieben zu sein scheint als von Sachargumenten. Es stellt sich die Frage, was es denn wirklich bringt, wenn Manager weniger Geld bekommen. Wahrscheinlich nichts. Weder werden die Angestellten deshalb mehr bekommen, noch wird die Arbeitsqualität erhöht werden. Für die Kontrollen und Transparenz von Wirtschaftsunternehmen lohnt sich allerdings eine Debatte. Klar muss nur sein, dass dann auch die Grenze zwischen einer rein privaten Angelegenheit Wirtschaft und dem öffentlichen Bereich verschwimmt. Wenn jedoch Entscheidungen der Wirtschaft als etwas betrachet wird, dass alle betrifft und damit nicht nur Sache der Eigentümer ist, dann muss eine öffentliche Debatte um Regeln für die Wirtschaft geführt werden. Übrigens wäre es illusorisch zu glauben, dass es nicht schon viele und starke Regeln für das Wirtschaften gäbe.