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PIN unterstützt Gewerkschaft der Neuen Brief- und Zustelldienste, um Mindestlöhne zu drücken

Autor: Markus
abgelegt in: Gehalt, Wirtschaft

Postunternehmen, die deutlich weniger Stundenlohn bezahlt haben als die Deutsche Post, haben lange Zeit gegen die Einführung von Mindestlöhnen gekämpft. Als die Niederlage drohte, schien der PIN jedes Mittel recht.

PINAuch in der Wirtschaft herrscht keine Anarchie, auch dort muss sich an bestimmte Regeln gehalten werden. Dies mag zwar als Einschränkung wahrgenommen werden, ist jedoch notwendig. In der Politik regt sich kaum jemand auf, wenn Verfahren zur Konfliktlösung festgelegt werden. In der Wirtschaft haben damit aber einige Akteure wohl ihre Probleme. Die PIN hat nun versucht die Unabhängigkeit der Gewerkschaften zu unterlaufen. Damit es zu einer Konfliktlösung kommen kann, müssen jedoch die Interessen der Arbeitnehmerschaft überhaupt erst artikuliert werden. Das funktioniert nicht, wenn die Gewerkschaft nicht unabhängig ist.

PIN sah sich scheinbar bei Mindestlöhnen für Postangestellte, die zumindest einen niedrigen Lebensstandard noch so gerade gewährleisten, nicht mehr konkurrenzfähig. Anstatt die eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu anderen Unternehmen wechseln zu lassen, entschloss man sich bewusst und langfristig planend, eine Gewerkschaft aufzubauen und zu finanzieren, die für niedrigere Löhne eintritt. So wurde die Gewerkschaft der Neuen Brief- und Zustelldienste (GNBZ) ins Leben gerufen, an die von der PIN über Umwege 133.526,69 Euro flossen. Dies alles im vollen Wissen des früheren Vorstandschef der PIN-Holding Günter Thiel. Der GNBZ-Chef Doll wollte sich bisher nicht dazu äußern. Das ist auch nicht sonderlich verwunderlich, ist es doch nicht sehr ehrenwert, als Strohmann viele Angestellte um ihre Mindestlöhne betrügen zu wollen.

Der DGB war über die Ereignisse recht erbost, zurecht möchte man sagen. Die vielen Beschwerden der Unternehmerverbände, dass sie doch so machtlos seien im Vergleich zu den Gewerkschaften, scheinen die seltsame Konsequenz gehabt zu haben, dass sich die Arbeitgeber auch mal auf der Arbeitnehmerseite tummeln wollten. Ein sehr fragwürdiges Spiel.


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