Nach dem tragischen Selbstmord der schwäbischen Patriarchen, Adolf Merckle, wird langsam die Dramatik der Konzerne mit Merckle Beteiligung offensichtlich. Ratiopharm wird geopfert werden müssen.
Ob es einer der Gründe für den Freitod des 74-jährigen Unternehmer gewesen war, ist weiterhin unklar. Fest steht jedoch, dass Firmen des Merckle Imperiums unter Druck stehen.
Um die Unternehmen zu retten kamen Banken und die VEM zu einer Einigung: Sie billigten einen Überbrückungskredit. Doch dafür muss sich das Imperium von dem Pharmaproduzenten Ratiopharm trennen. Ratiopharm wurde 1973 von Merckle gegründet und beschäftigt derzeit 5.400 Mitarbeiter - verteilt auf der ganzen Welt. Diese hoffen sich nicht nach neuen Stellenangeboten umschauen zu müssen.
Nun hoffen nicht nur die Mitarbeiter, dass es kein Notverkauf wird. Denn auch die VEM ist knapp bei Kasse. Dabei ist Ratiopharm gut im Geschäft: Mit 1,8 Milliarden Euro Umsatz ist der Pharmazieproduzent einer der Größten - weltweit.
Allerdings wird schon seit vergangenem Jahr gegen die Unternehmenspolitik von Ratiopharm ermittelt. Der Vorwurf ist, dass die Vertriebsmodalitäten nicht unbedingt gesetztestreu waren. Weitere Aussagen habe ich bisher nicht mitbekommen. Ob es also nur eine Frage der Rezession ist?
Die Headhunter stehen bestimmt schon bereit und suchen sich die besten Arbeitnehmer heraus. Merckle hatten denn auch ein gutes Händchen für Mitarbeiter als auch für’s Geschäft.
Merckle gehörte zu den 100 reichsten Menschen der Welt, wie das Forbes-Magazin letztes Jahr mitteilte.