Die Diskussionen um Mindestlohn und die Managerbezüge haben europaweit inzwischen groteske Züge angenommen. Egal aus welcher Perspektive man die Gehälter der Top-Manager betrachtet, sie erscheinen utopisch viel für einen Normalsterblichen. Um dies ein wenig humaner und vor allem durchsichtiger zu gestalten, hat ein Schweizer Kleinunternehmer ein Volksbegehren gestartet, wonach über das Gehalt der Manager und des Aufsichtsrates durch Aktionäre abgestimmt wird.
Das Prinzip klingt jedenfalls aus neutraler Sicht nicht schlecht, wird doch die Leistung der Top-Manager an das Gehalt gekoppelt. Heißt im Prinzip nichts anderes als: fällt die Rendite für die Aktionäre akzeptabel aus, wird dies auch von den Aktionären belohnt und der Manager dementsprechend belohnt. Ist man auf Seiten der Aktionäre jedoch nicht mit der jährlichen Rendite zufrieden, wird sich das Gehalt des Managers auf ein zuvor ausgehandeltes Grundgehalt beschränken, welches erheblich unter den jetzigen Gehältern liegen wird. Damit würden auch andere riesige Prämien, Vorausvergütungen und Abfindungen der Geschichte angehören.
Das Volksbegehren ins Leben gerufen hat Thomas Minder, der Chef der kleinen Trybol AG, die vor allem für ihr Mundwasser in Schweiz bekannt ist. Für ein Volksbegehren dieser Art sind bei den Eidgenossen lediglich 100.000 Stimmen notwendig, wovon Minder schon 90.000 gesammelt hat. Die Manager in der Schweiz müssten also gewarnt sein und angesichts der momentanen Börsensituation, in welcher sogar renommierte Firmen unter erheblichen Kursverlusten leiden, findet das Begehren sicherlich nahrhaften Boden.
Die Wut des Kleinunternehmers liegt in der Pleite der Swiss Air 2001 begründet. Vor der eigentlichen Abwicklung des Unternehmens erhielt Swissair-Chef Mario Corti noch einmal 12,5 Millionen Franken. Für Minder eine Frechheit, schließlich wurden Millionen Aktionäre um ihr Geld betrogen. Sollte das Volksbegehren zu einem Gesetzesentwurf führen, dürfte dies auch Signalwirkung auf andere europäische Staaten haben – Manager werde dann mit ganz neuen Anforderungen konfrontiert – dem Leistungsprinzip!
Mai 22nd, 2008 um 11:09
[…] dem die Vergütung berechnet wird. Ebenfalls sollte die Haftung mit beachtet werden. Robert hat auf Apolis.de berichtet, dass ein Schweizer Kleinunternehmen ein Volksbegehren gestartet hat, wonach über das […]
Mai 22nd, 2008 um 11:12
Wieviele Manager werden wir dann noch haben? Ich denke an diesem Ansatz muss noch ein bisschen gefeilt werden.