Der österreichische Automobilhersteller Magna will den angeschlagenen Opel-Konzern kaufen, doch die General Motors- Zentrale zögert mit einer Entscheidung. Das Spitzentreffen am Dienstag mit GM-Vizechef John Smith aus den USA dauerte nur zwei Stunden. Nach Abschluss des Treffens, hieß es, dass noch viele Fragen offen wären.
Das Bieter-Rennen um Opel ist noch nicht beendet. Obwohl GM den Kauf von Opel durch Magna nicht erfreut, traf sich Smith am Mittwoch zu einen Gespräch mit Managern von Magna. Ohne Ergebnis.
Opel-Kauf von Magna von GM verzögert Die Unmut in Deutschland über die Verzögerungen des Opel-Kaufes wird indessen laut. Man vermutet, dass GM die „Hinhaltetaktik“ fährt. Statt eine Entscheidung zu fällen, kommen immer neue Fragen aus Detroit. General Motors schaut sich, zumindest den Anschein nach, nach anderen Interessenten um, mit dem Ziel Alternativen zu den Bietern Magna und RHJI zu finden.
Wahrscheinlich wäre ein Deal schon lange gemacht worden, wenn GM die alleinige Entscheidungsgewalt über die Zukunft des Tochterunternehmens Opel hätte, doch 65 Prozent gehören der Opel-Treuhand. Somit hat die Bundesregierung über die Zukunft Opels ein großes Wörtchen mitzureden. GM könnte zwar den Verkauf entscheiden, aber Merkel macht deutlich, dass die Bundesregierung Staatshilfen vergibt und diese nur für Magna vorgesehen sind.
Während die Amerikaner einen Verkauf von Opel an RHJI bevorzugen , weil deren Konzept einfacher umzusetzen ist, stellt Bundeskanzlerin Merkel klar, dass Magna die erste Wahl bleibe.
Inzwischen gerät die Bundesregierung für ihre Festlegung auf Magna in die Kritik. EU-Industriekommissar Günter Verheugen wies daraufhin, dass die Entscheidung über die europäischen GM-Unternehmen in der Verantwortung des Eigentümers in Detroit liege und nicht durch das Handeln einer Regierung ersetzt werden könne. Er forderte die Regierung zu größere Zurückhaltung auf.
Gründe für den Favoriten Magna gibt es genug. RHJI hat keine industriellen Partner, die Opel aber bräuchte, um sich am Markt zu behaupten und keine Erfahrung im Automobilbau. RHJI wäre wohl eher ein Zwischensanierer, der Opel vermutlich nach kurzer Zeit wieder abstoßen und an GM zurückverkaufen würde.