Das wohlhabende Emirat Katar hat vor, die Schwierigkeiten der westlichen Finanzmärkte auszunutzen und in westliche Banken zu investieren. Einigen Deutschen macht das bemerkenswerterweise wohl Angst.
In Deutschland ist man zwar zumeist für eine gewisse Globalisierung, aber nur so lange, wie deutsche Interessen dadurch nicht gefährdet werden. Und selbst dort wo deutsche Interessen gar nicht mal gefährdet sind, hat man Angst, wenn Machtverlust droht. So wird immer wieder das strukturell antisemitische Bild der Heuschrecken beschworen, um damit auf ausländische Kapitalzuflüsse zu verweisen. Das wird in Deutschland jedoch oft nicht gerne gesehen, da man möchte das deutsche Unternehmen deutsch bleiben. Dabei sollte man meinen, dass wenn Märkte effizient wirken sollen, ein solcher Nationalismus fehl am Platze wäre.
Das hält die deutsche Bundesregierung jedoch nicht davon ab, zu planen, ein Vetorecht in das Außenwirtschaftsgesetz einzubauen, das es ermöglicht, drei Monate nach einer Firmenübernahme durch einen Staatsfond ein Verbot hierfür auszusprechen. Die Entscheidungen die inländische Fonds betreffen sind jedoch in keinster Weise besser. Bewertet wird Rentabilität und nicht irgendetwas anderes. So sind Befürchtungen im Bezug auf Katars Interessen eher unverständlich. es verwundert Scheich Hamad, dass Bedenken geäußert werden. Schließlich hege der Staatsfond keine politischen Interessen mit seinen Investitionen. Meiner Meinung nach können die Bedenken als nahezu rassistisch eingestuft werden. Gegenüber ähnlichen Investitionen aus einem europäischen Land gäbe es sicherlich keine Bedenken.