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IG Metall kritisiert Zeitarbeit: Forderung nach festem Personal statt Leiharbeitern

Autor: Robert
abgelegt in: Gehalt

Im Zuge der Hartz4-Reformen wurde die Arbeitnehmerüberlassung bzw. Zeitarbeit von vielen Beschränkungen befreit und erlebt seitdem einen Boom, dessen gesamtgesellschaftlicher Nutzen mehr als fragwürdig ist.

IGM ©Flickr/Roadrunner38124

Prekäre Beschäftigung galt jahrzehntelang als überwunden und damit verschwanden Begriffe wie Tagelöhner und Wanderarbeiter aus unserem täglichen Sprachgebrauch. Heute sind verarmte Arbeitende (working poor) wieder allgegenwärtig, oft sind es Zeitarbeiter bzw. Leiharbeiter, die wenig verdienen und in ständiger Unsicherheit leben.

IG Metall fordert Gleichstellung der Leiharbeiter

In den letzten 15 Jahren hat sich die Anzahl der Leiharbeiter vervierfacht und trotz Mindestlöhnen und Tarifverträgen in der Zeitarbeit nehmen die working poor, also die “Armen Arbeitenden” gerade in diesem Bereich immer stärker zu. Schon 2010 waren über 800.000 Menschen in der Arbeitnehmerüberlassung und niemand kann ernsthaft davon ausgehen, dass hierdurch nicht ein großer Teil der regulären Arbeitsplätze substituiert wird.

Leiharbeiter sind regulär Beschäftigten gegenüber in vielerlei Hinsicht benachteiligt. Oft müssen sie 40 Stunden und mehr arbeiten, bekommen aber nur für 35 Stunden Gehalt ausbezahlt. Der Rest fließt auf ein Arbeitszeitkonto, dass oft erst nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses ausbezahlt wird.

Zeitarbeit erschwert Familienleben

Zeitarbeit birgt viele soziale Probleme, da die Leiharbeiter oft nicht in den Betrieb integriert werden und von den regulär Beschäftigten als Konkurrenz empfunden werden. Zeitarbeiter können kurzfristig an unterschiedlichen Arbeitsplätzen eingesetzt werden. Das erschwert den Aufbau sozialer Beziehungen und Freundschaften.

In der Zeitarbeit gelten relativ kurze Kündigungsfristen, so dass die Planung größerer Anschaffungen für Familien fast unmöglich wird. Zudem leidet das Selbstwertgefühl der unsicher Beschäftigten, was oft zu weiteren familiären Problemen führt.

In der Metallindustrie verdienen die überlassenen Arbeiter im Durchschnitt 30% weniger, als ihre festangestellten Kollegen und werden über Jahre an den gleichen Betrieb verliehen. Darum wird es höchste Zeit, dass die IG Metall hier “gleichen Lohn für gleiche Arbeit fordert”.

 


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