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Gerke kritisiert Köhlers Kritik an den Finanzmärkten

Autor: Markus
abgelegt in: Management, Wirtschaft

Der Börsenexperte Wolfgang Gerke kritisiert Köhler scharf für seine Bemerkungen zur Finanzkrise. Dabei verfehlen beide streckenweise den richtigen Punkt.

Köhler und Bono public domain

Horst Köhler hatte sich im Stern zu der Finanzmarktkrise geäußert. Dabei kritisierte er einige Banken recht scharf für ihre Rolle in der Krise. So hätten viele Banken kein solides Geschäftsmodell. Diese Kritik hat er zum Teil auf die gesamte Bankenbranche ausgeweitet.

Nun hat Gerke sicherlich recht, wenn er feststellt, dass es einige unseriöse Entscheidungen gegeben haben mag und Manager die Fehler gemacht haben und dafür noch große Abfindungen erhalten haben und dies nicht auf alle Banken und Manager übertragbar ist. Unrecht hat er allerdings, wenn er das Problem personalisiert. Die Krise ist schließlich nicht durch einpaar Fehlentscheidungen einzelner zustande gekommen.

An dieser Stelle ist Köhler in seiner Kritik gegen den Vorwurf des Populismus zu verteidigen. Er hatte den Finanzmarkt als Monster bezeichnet, dass kontrolliert werden muss. Das mag zwar an den Heuschrecken-Vergleich von Müntefering erinnern, ist aber in seiner Grundstruktur sehr anders. Während Müntefering ökonomische Probleme Einzelpersonen oder Firmen anlasten wollte und diese auch noch mit Heuschrecken verglich, läuft das Argument von Köhler an dieser Stelle umgekehrt. Er entpersonalisiert das Problem, indem er die Struktur des Finanzmarktes kritisiert. Dort passieren schließlich Sachen, die eben nicht mehr von einzelnen oder Gruppen kontrolliert werden können.

Deshalb fordert Köhler ja gerade eine internationale Kontrolle der globalisierten Finanzmärkte. Ökonomien werden schließlich auch auf nationalstaatlicher Ebene kontrolliert, um Krisen besser in den Griff zu bekommen oder zu vermeiden. Dies ist eine Aufgabe, die der IWF auf internationaler Ebene teilweise erfüllen könnte. Die Institution ist meine Meinung nach jedoch weder demokratische noch Einflussreich genug, um eine solche Aufgabe wahrzunehmen. Um Krisen dieser Art verhindern zu können, bedürfte es einer starken, akzeptierten und handlungsfähigen Institution. Diese Institution zu schaffen, dürfte eine Aufgabe sein, mit der sich in den nächsten Jahrzehnten noch herumgeplagt werden dürfte…


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