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GDL Streik

Autor: Marcus
abgelegt in: Wirtschaft

GDL: Der Streik geht weiter

Der Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) und der Deutschen Bahn (DB) liegt längst jenseits aller Verhältnismäßigkeit. Stimmen werden laut, die davor warnen, den fragilen Bonus des Wirtschaftsjahrs 2007 in einem andauernden Lokführerstreik leichtsinnig zu verspielen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bezeichnete den Streik als „Gift für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung“.
Tatsächlich sind längst irreparable wirtschaftliche Schäden entstanden. Lediglich Sixt provitiert aus dem GDL-Streik, wie man es in der neuen Werbekampagne sehen kann. Aber der Großteil nimmt erheblichen Schaden. Der Fall des belgischen Audi-Werks, das seine Produktion vorläufig eingestellt hat, fegt wie ein Sturm durch den publizistischen Blätterwald. Ob die breite öffentliche Resonanz allerdings ausreichend Druck auf die Streitparteien ausübt, ist mehr als fraglich. Zumal der Tarifkonflikt, wenn es nach den Sturköpfen Mehdorn und Schell ginge, wahrscheinlich noch einige Wochen andauern könnte. Dass mehrere andere Auto-Fabrikanten längst überdeutliche Warnungen aussprechen – wen kümmert’s? Bahnchef Mehdorn behauptet dreist, dass ein Nachgeben zum jetzigen Zeitpunkt den gesamtwirtschaftlichen Schaden sogar noch vergrößern würde.
Indessen tönt die GDL-Führung, ihr säßen zornige Mitglieder im Nacken, die um jeden Preis ihre Forderungen durchsetzen wollen. Immerhin bis einschließlich Montag soll nicht gestreikt werden. Ein ruhiges Wochenende gab es trotzdem nicht. Inzwischen ist durchgedrungen, dass die Streikkasse der GDL bis Februar reichen könnte; sie enthält 15 Millionen Euro.
Verblüffend ist nur, dass ein Tarifkonflikt, der eigentlich lange überfällig war – man nehme mal die Gehälter italienischer oder französischer Lokführer zum Vergleich -, solche Dimensionen annehmen konnte.

Streik der GDL


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