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Fachkräftemangel in Deutschland - Debatte wird hitziger

Autor: Robert
abgelegt in: Wirtschaft

Der offensichtliche Fachkräftemangel in Deutschland sorgt schon seit längerem für Auseinandersetzungen zwischen den politischen Fronten. Die Einwanderungspolitik ist laut der CDU schon grosszügig genug gestaltet, doch die Opposition sieht hier deutlichen Reformbedarf.

Die anhaltende Debatte um eine verstärkte Anwerbung ausländischer Fachkräfte wird in Berlin immer heftiger. Aus den Reihen der CDU kommen Ermahnungen zur Beruhigung, so bittet der CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach die Koalition zu einer Versachlichung der Auseinandersetzung. Er kommentierte die Kontroverse folgendermassen: “Anders als es die aktuelle Debatte glauben macht, haben wir bereits sehr grosszügige Regelungen für die Zuwanderung solcher Fachkräfte“.

Fachkräftemangel in Deutschland - Die Situation spitzt sich zu

Die Stimmen gegen die konservative Bewertung der Situation kommen sowohl von den Linken, als auch vom Koalitionspartner FDP. Sahra Wagenknecht, Vizechefin der Linken, fasste die Lage prägnant zusammen. Wer Fachkräfte wolle, “der musssie ausbilden und gemäss ihrer Qualifikation bezahlen“. Letzteres ist in Deutschland nicht unbedingt der Fall, denn beispielsweise in den USA erhalten ausländische Fachkräfte durchschnittlich einen höheren Lohn.

Die Debatte um den Mangel an Fachkräften zieht sich schon seit Jahren in die Länge, und die Bundesregierung scheint keinen konkreten Ansatz für eine Lösung zu finden. Ein erster Schritt könnte durch eine Erhöhung des Bildungsetats vollzogen werden, denn in Deutschland wird seit Jahren weniger Geld für Bildung ausgegeben als der Durchschnitt der anderen OECD-Länder vorlegt.

Electronics Club 1986©flickr.com/Extra Ketchup

Mehr Fachkräfte durch weniger Bürokratie

Für dieses Motto hat sich Aussenminister Guido Westerwelle (FDP) ausgesprochen. Um ausländischen Fachkräften die Einreise nach Deutschland zu erleichtern, müsse die Visavergabe vereinfacht und effizienter gestaltet werden. Westerwelle forderte auch, die Ausbildung der einheimischen Studierenden zu verbessern, um so einer Auswanderung der Fachkräfte vorzubeugen.

Bosbach konterte mit dem Hinweis, das die Möglichkeiten der Zuwanderung für Hochqualifizierte und Akademiker bereits vergünstigt worden sind. Für “inzwischen mehr als 20 Branchen” seien Ausnahmereglungen erteilt worden. Die Aufnahme von Fachkräften aus nicht-EU Ländern sei in Deutschland Gang und Gäbe. 

Unabhängig von den divergenten Positionen der Politiker beurteilt der Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die aktuelle Situation als kritisch. Es werden negative Auswirkungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland befürchtet, falls nicht bald mehr ausländische Fachkräfte angeworben werden.


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