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Die Frauenquote in Deutschland

Autor: Robert
abgelegt in: Unternehmenspolitik

Am Montag, den 17.10.2011, stellten die dreißig größten börsennotierten Unternehmen ihre angestrebten Pläne zur Frauenquote vor. Es geht hierbei um die Quote von Frauen in Führungspositionen und Vorständen.

Frauenquote in Deutschland ©Flickr/Herr_Bert

Die 30 Dax Unternehmen, die am Montag in Berlin zusammenkamen, haben einander ihre Pläne zur Frauenquote vorgestellt. Die Quoten sind so unterschiedlich, wie die Unternehmen selbst. Mit der von Bundesfrauenfamilienministerin Schröder (CDU) entwickelten freiwilligen Selbstverpflichtung, der in Europa so einmaligen Flexiquote (hier stellt sich die Frage: Warum), sind nicht alle zufrieden – allen voran Arbeitsministerin Ursula von der Leyen.

Frauenquote in Deutschland – aller Anfang ist schwer

Die Bundesfrauenministerin ist zufrieden. Mit ihrem Entwurf zur freiwilligen Selbstverpflichtung hat sie von den Unternehmen bekommen was sie wollte: Keine einstelligen Quoten. Außerdem seien die Quotenpläne „…insofern ein Schritt voran, als dass man jetzt im Detail auch diskutieren kann: Warum habt ihr nicht ehrgeizigere Ziele?“, so die Ministerin Schröder. Aber reicht das aus? Ursula von der Leyen bezeichnet, was bis jetzt erreicht wurd, zwar als einen Schritt vorwärts, fordert aber nach wie vor eine gesetzliche Regelung, da es mit dieser Entwicklung noch lange nicht getan sei.

Das Problem

Seit mehr als 10 Jahren versucht Deutschland, dem Problem von zu wenigen Frauen in Führungspositionen entgegenzuwirken bzw. die Unternehmen zur Veränderung zu bewegen. Noch unter Rot-Grün wurde die erste Selbstverpflichtung vereinbart, die aber recht wenig Veränderung brachte. So stieg die Zahl von Frauen in deutschen Vorständen von 2,5 nur auf 3,7%. Aus u.a. diesem Grund ist von der Leyen der Meinung, man könne an der Geschichte der letzten 10 Jahre erkennen, was passiert, wenn sich Unternehmen selbst regulieren. Nämlich nicht viel. Dem will Schröder entgegenwirken, indem die Umsetzung in Unternehmen nachkontrolliert werden und bei Nichteinhaltung, eine Strafe von bis zu 25.000 Euro fällig würde.

Die Bereitschaft zur Veränderung geht weit auseinander

Die 30 Dax-notierten Unternehmen unterscheiden sich stark in ihren bisherigen wie auch angestrebten Quoten. Der Anteil von Frauen variiert sowohl beim Anteil in Führungspositionen als auch beim allgemeinen Frauenanteil. Frauen machen bei Adidas bereits knapp die Hälfte der Angestellten des Unternehmens aus, dazu ist jede vierte Führungskraft weiblich. Ihr Ziel ist es, bis 2015 den Anteil von Frauen in Führungspositionen auf ca. 32-35% zu erhöhen.

Es gibt aber auch negativ Beispiele. Bei Daimler und BMW ist derzeit nicht einmal jeder sechste Angestellte weiblich. BMW hat aber immerhin das Ziel, bis 2020 ihre Frauenquote auf 15-17% anzuheben. Daimler hingegen traut sich bis 2020 schon 20 % zu.

Wenn nichts geschieht, greift die EU ein

Einige Länder in Europa, wie Norwegen, Island, Spanien und Frankreich schreiben ihren Unternehmen bereits eine 40% Frauenquote vor. Die EU-Justizkommissarin droht nun Deutschland bzw. den Unternehmen: Sollte sich in den Unternehmen bis zum 8. März, dem Weltfrauentag, nichts getan haben, werden sich „…die Regulierer […] etwas einfallen lassen müssen“, erklärte Viviane Reding.
Die Telekom hat sich als erstes deutsches Unternehmen letztes Jahr schon selbst zu einer 30% Quote bis 2015 entschieden und gilt somit als Vorreiter. Die Frage ist nun: Werden andere nachziehen oder muss die EU eingreifen?


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