Die Wirtschaftskrise hat nun auch die Deutsche Post erreicht. Umsatz und Gewinn gingen stark zurück und mehr als 400 Filialen in ganz Deutschland sollen bis 2011 geschlossen werden. Die Deutsche Post will insgesamt 475 selbst betriebene Standorte bundesweit aufgeben.
Deutsche Post plant UmstrukturierungKünftig sollen Einzelhändler und andere Partner den unmittelbaren Dienst am Kunden übernehmen. Hohe Miet-und Personalkosten sollen so gespart werden.
Zurzeit existieren bundesweit 14.000 Standorte, in denen Postdienste angeboten werden. 850 davon sind Postbank-Finanzcenter, die sowohl Finanzprodukte als auch Brief-und Paketdienste bereitstellen. 12.000 Standorte werden bereits von externen Partnern geführt. Diese werden für den zukünftig geleisteten Postdienst bezahlt und erhalten neue Kunden für ihre eigenen Geschäfte.
Die Gewerkschaft Verdi kritisierte die Umstrukturierung, da sich die Post somit vollständig aus der stationären Filialversorgung zurückziehe und sein eigenes Vertriebssnetz aufgebe. Der Landesfachbereichsleiter für Postdienste, Wolfgang Abel, befürchtet, dass das Unternehmen auslaufende Tarifverträge nicht verlängert und vereinbarte Gehaltserhöhungen streichen werde. Auch seien nicht nur die Beschäftigten die Leidtragenden, sondern vor allem die weniger gut beratenden Kunden.
Bei der Post heißt es, dass die Umwandlung den Kunden nur Recht sein kann, da das Serviceangebot dichter werde. Der Kunde könne dann auch vermehrt in Supermärkten, Kaufhäusern und Schreibwarengeschäften Briefmarken kaufen. Seit 2007 wird das Netz bereits durch sogenannte Postpoints unterstützt, die sich in den Einzelhandelsgeschäften befinden und ein eingeschränktes Angebot ohne Bankleistungen bereitstellen.
Der Trend zur Selbstbedienung wird von der Deutschen Post weiterausgebaut. Serviceinseln in verschiedenen Größenordnungen bestehen aus Wertzeichenautomat, Briefkasten und einer Paketbox zur Paketannahme. Bei der Premium-Variante unter den Serviceinseln können angemeldete Kunden auch Pakete abholen.
Die Beschäftigten müssen bis 2011 keine betriebsbedingte Kündigungen aus tarifvertraglichen Bestimmungen befürchten. Den Kollegen werden Jobs in anderen Bereichen des Konzerns angeboten.
Viele ehemalige Gebäude werden durch den Umzug in Geschäfte und Supermärkte frei, sodass das Unternehmen sich vom größten Teil seiner Immobilien trennt. Im Jahr 2008 verkaufte die Deutsche Post rund 1300 Gebäude für eine Milliarde Euro an den US-Investor Lone Star.