Facebook ist ein Paradebeispiel für junge Erfolgsunternehmen. Jetzt soll dieser Erfolg weiter voran getrieben werden – Facebook möchte den Gang an die Börse wagen und ruft damit sowohl Befürworter wie auch Skeptiker auf den Plan.
Das Unternehmen Facebook konnte innerhalb der letzten Jahre seine Verdienste stetig steigern. Belief sich der Profit im Jahr 2009 noch auf 229 Millionen Dollar, so war es im vergangenen Jahr bereits 1 Milliarde. Wie praktisch bei allen Unternehmen, die von ihrer Internetpräsenz leben, ist auch hier die Werbung der entscheidende Gewinnfaktor.
Mark Zuckerbergs Börsenpläne
Das Facebook an die Börse geht, scheint schon sicher zu sein, bleibt noch die Frage nach dem wann. Facebook Gründer Zuckerberg besitzt ein Viertel am Unternehmen und würde mit einem Börsengang sein Vermögen in die Milliardenregionen treiben und auf einen Schlag zum viertreichsten Amerikaner werden, übertroffen nur noch zum Beispiel von Microsoft Gründer Bill Gates. Profitieren würden natürlich auch die anderen Investoren des Unternehmens.
Ende Januar hat Facebook sein Börsenprospekt herausgebracht, mit dem um Aktieninvestoren geworben wird. Das Volumen für den Börsengang liegt (noch) bei 5 Milliarden Dollar. Es bleibt noch abzuwarten, wie die möglichen Investoren auf die sich bietende Börsenoption reagieren werden.
Fest steht, seit den Börsenplänen ist das Unternehmen in der Finanzwelt in aller Munde und stellt für Investoren, Aktienhändler und Banker verlockende Gewinn-Entlohnung in Aussicht.
Die zentrale Figur hinter dem Börsengang ist jedoch nicht Mark Zuckerberg, sondern Finanzchef David Ebersman, der die wichtigen diesbezüglichen Entscheidungen in der Hand hat. Dabei kommt ihm in seinem Job seine berufliche Erfahrung als Wall Street Analyst sicherlich zugute. Zuckerberg kann sich vor allem sicher sein, dass Ebersmann reiflich überlegt reagiert, was wohl auch an seiner gesunden Skepsis gegenüber den Banken liegt.
Chancen und Risiken des Börsengangs
Mittlerweile nutzen über 800 Millionen Menschen Facebook, was somit das größte existierende soziale Netzwerk ist. Trotz der Tatsache, dass das Unternehmen profitabel ist, warnen Beobachter vor einer neuen Internetblase.
Zuckerberg will trotz Börsengang auch weiterhin die Kontrolle über sein Unternehmen behalten und hat vielfältige lukrative Verkaufsangebote bisher immer ausgeschlagen.
Das Gewinnwachstum stellt ein hohes Attraktivitätspotenzial in Sachen Börse dar. In Sachen Selbsteinschätzung, was den Wert von Facebook angeht, hüllt sich das Management bisher in Schweigen.
Ein wichtiger möglicher Problemfaktor sind die Daten der Nutzer. Facebook verfügt über Unmengen an Nutzerdaten und könnte sich als Börsenunternehmen im Hinblick auf Kundenorientierung bald genötigt sehen, Profit aus diesen Daten zu ziehen und somit die Attraktivität des Unternehmens zu steigern. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Nutzer ihre Privatsphäre gefährdet sehen und Facebook dann meiden werden. Es ist schließlich zwar das erfolgreichste aber eben nicht das einzige soziale Netzwerk. Gewarnt wird vor einer Internetblase wie zu Zeiten der New Economy.