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Management & Wirtschaft
 


Archiv: Wirtschaft

Am Freitag teilte der Windows-Hersteller Microsoft mit, dass er den Internet-Konzern Yahoo kaufen möchte.
Die aggressive Marktstrategie von Microsoft kann ihren Grund zumindest nicht in Bill Gates Führungsstil haben. Dieser hat schließlich in den letzten Jahren große Teile seiner Kompetenzen schon an Steve Ballmer abgegeben und vor kurzem folgte sein endgültiger, operativer Rücktritt. Der Kauf von Yahoo soll im zweiten Halbjahr beendet werden. Die Kosteneinsparungen belaufen sich laut Microsoft auf mindestens eine Milliarde Dollar. Die Aktionäre von Yahoo können zwischen einer Barauszahlung und Aktien von Microsoft wählen. Der Preis zu dem gekauft wird, soll dann halb in Aktien und halb in bar bezahlt werden. Microsoft machte das Angebot in einem Brief an den Verwaltungsrat des Yahoo-Konzerns. Das Angebot hat eine Höhe von 31 Dollar für jede Aktie, damit beziffert sich der Gesamtpreis auf über 44 Milliarden Dollar. Eine kräftige Erhöhung des Schlusspreises der Aktien von Yahoo im Vergleich zu Donnerstag. Und einige Leute an der Börse spekulieren sogar auf mehr als diese bisherige Erhöhung. Für Yahoo ist dies ein Glücksfall, schließlich machte sich das Unternehmen in letzter Zeit nicht sehr gut. Immer mehr Marktanteile wurden an Google verloren. Der Kurs der Yahoo Aktien ist tendenziell eher eingebrochen. Nach dem Bericht über die Übernahme schnellte der Aktienkurs von Yahoo zeitweise um 50% in die Höhe. Für Microsoft bedeutet die Übernahme ein weiteres Standbein in dem ehemals vernachlässigten Bereich der Online Angebote. Noch vor einem Jahr hatte Yahoo das Angebot von Microsoft mit dem Hinweis abgelehnt, dass man damit rechne bessere Geschäfte in Zukunft machen zu können. «Ein Jahr ist vorbei und die Wettbewerbsituation hat sich nicht verbessert», begründet der Chef von Microsoft Steve Ballmer den nicht erwarteten weiteren Vorstoss.


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Nach Verkaufsüberlegungen für die Autosparte haben sich auch für weitere Bereiche Interessenten gemeldet.

Nokia Handy © flickr / Al- Fassam [ Offline! :- ]Nachdem Nokia angekündigt hatte, die Produktion von Handys aus Kostengründen aus Bochum abzuziehen und stattdessen in ein neues Werk nach Rumänien zu verlagern, sind weitere Pläne zur Zerlegung des Unternehmens bekannt geworden. Dies bestätig auch ein Sprecher des Nokia Betriebsrats. Schon am Montag hatte Nokia mitgeteilt, dass der ehemaligen Manager Razvan Olosu und der Finanzinvestor Equity Partners an dem Kauf der Autosparte interesse hätten und Nokia nicht abgeneigt sei. In der Autosparte arbeiten etwa 200 der ca. 3500 Mitarbeiter in Bochum. Nun sind jedoch neue Informationen aufgetaucht, nach denen der finnisch-indische Konzern Saskan Interesse an „Core Software“ geäußert haben soll und darüber mit Nokia in Verhandlungen treten möchte. „Core Software“ stellt die Software für Nokia Handys her. In etwa 150 Personen arbeiten in Bochum in diesem Bereich.
Für die Beschäftigten in Bochum scheint es jedoch nicht zu genügen, dass Arbeitsplätze in diesen Sparten erhalten bleibt. Weitere Proteste sind bereits angekündigt. Die Hoffnung der Mitarbeiter wird noch dadurch gestärkt, dass die «Rheinische Post» darüber berichtet, dass ein internes Papier aufgetaucht ist, aus dem hervorgeht, dass mit einer Einmal-Investition von 14,3 Millionen Euro das Werk in Bochum gerettet werden könnte. Die Kapazitäten wären dann verdoppelt und die Produktion müsste nicht verlagert werden.
Dass die Angestellten so sehr darauf drängen, dass Nokia jede Möglichkeit in Erwägung zieht das Werk zu retten, ist nicht verwunderlich. Schließlich verfolgen sie damit nur ihre eigenen Interessen. Die deutsche Politik verleiht diesen Protesten jedoch eine etwas seltsame Schlagrichtung. So versucht Seehofer (CDU) einen Boykott gegen Nokia durchzusetzen und hat auch schon sein eigenes Handy gegen ein neues ausgetauscht. Dabei sollte ihm jedoch klar sein, dass der - von ihm ja im Grunde genommen befürwortete - Wettberwerb auf dem globalen Markt bestimmte ökonomische Entscheidungen erzwingt und diese mit nationalen Boykottaufrufen nicht sinnvoll zu ändern sind.


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Viele Arbeitsplätze werden in das Ausland verlagert. Dies sei der Preis der Globaliserung, wird oft kolportiert. Deutschland ist wegen seiner Exportstärke ein Gewinner der Globalisierung, behaupten viele Politker und Wirtschaftsführer. Wer gewinnt dort - deutsche Firmen oder deutsche Arbeitnehmer? Warum entstehen ein Großteil der neuen Arbeitsplätze eigentlich im Ausland? Mathias Müller bemerkt in der FAZ im Rahmen einer Buchkritik von Hannes Koch : “Die von Politikern diktierten Standards werden nur eines zum Ziel haben: Heimische Arbeitsplätze vor der ausländischen Konkurrenz zu schützen. Davon profitiert niemand: Weder die Konsumenten in den Industrieländern noch die Arbeiter in den aufstrebenden Ländern.“ Halt – da gibt es natürlich eine Gruppe, die davon profitiert, nämlich die Arbeitnehmer in Deutschland. Das sind ja wir!! Können wir uns aber gegen die Globalisierung stellen? Ja – es gibt einen Weg!!!

 

Sind Sie bereit, für den Erhalt von Arbeitsplätzen in Deutschland einen Aufpreis zu bezahlen? Es gibt Firmen, die vorsichtig, aber mit viel Erfolg, dieser Philosphie folgen. Trigema ist so eine Beispiel – erfolgreiche Textilfertigung in Deutschland. Dürfen wir Deutschen diese Nationalkarte spielen? Hat das nicht einen zu „braunen“ Unterton?? Ich meine, wir sollten und müssen diesen Weg für uns gehen. Was tun Unternehmen nicht alles, uns als eines der attraktivsten Märkten in Europa zu gewinnen! Lassen wir ab von der Schnäppchenjagd und helfen uns selber, Vielleicht gewinnen wir so sogar Firmen, die neu in Deutschland investieren oder nicht aus Deutschland herausgehen. Nokia, z.B. könnte Ihre Pläne revidieren, wenn Ihre marktführende Stellung in Deutschland in Gefahr wäre, Toyota darüber nachdenken, hier eine eigene Fertigung aufzubauen. Wären Sie bereit, einen Deutschland-Soli zu zahlen? Ich bin gespannt auf Ihre Antworten!

 

 


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Briefmonopol

Autor: Robert
abgelegt in: Wirtschaft

Seit dem 1. Januar 2008 ist das Briefmonopol der Deutschen Post gefallen. Die Einführung des Wettbewerbs wird von den Bundesbürgern aber misstrauisch beäugt. Die Diskussion um die Einführung des Mindestlohnes hat der Branche eher geschadet, den neuen Konkurrenten der Post schlägt jetzt offenkundiges Misstrauen entgegen, dabei hat der Wettbewerb zahlreiche positive Aspekte schon auf den Weg gebracht. Aber mit dem Mindestlohn, der meiner Meinung viel zu hoch ist, können andere Unternehmen nur sehr schwer im Markt Fuß fassen, denn niemand kann so viel zahlen. Also nichts mit Wettbewerb?

Briefkasten Deutsche Post © flickr / k.tommy now @ http://www.ipernity.com/home/ktommyDie Post hat sich in den letzten Jahren aktiv auf den kommenden Wettbewerb vorbereitet und hat sich in Folge dessen zu einem der besten Logistikunternehmen der Welt entwickelt. Nicht nur auf dem Sektor der Briefbeförderung gehört das Unternehmen zur Elite weltweit. Von neuen Innovationen wie Packstationen mit 24-Stunden-Dienst, das Erstellen von Rechnungen oder die Digitalisierung eingehender Post verspricht sich der Global Player einen Vorsprung vor den Neueinsteigern wie TNT.

Mit der Einführung des Wettbewerbes ist aber keine Preissenkung inbegriffen. Experten rechnen in den kommenden Jahren mit relativ stabilen Preisen, auch wenn es auf diesem Gebiet Neuerungen geben kann, so wird ein streckengebundener Tarif nicht mehr gänzlich ausgeschlossen. Möglicherweise kann es regional zu Senkungen kommen, wenn ein regionaler Anbieter, der sich auf ein Ballungsgebiet beschränkt günstigere Preise anbietet. Eine Entwicklung wie bei der Öffnung des Telefonmarktes wird es sicherlich nicht geben. Für Geschäftskunden sieht es hingegen besser aus, große Versandhäuser machen ein Großteil des Briefgeschäftes aus und können dank der kommenden Konkurrenten mit größeren Preisnachlässen rechnen, um sie langfristig an die Post zu binden.

Die Zahl der Fialen und Briefkästen wird ebenfalls konstant sein. Die Post hat zugesichert, dass sie dauerhaft die Zahl 108.000 Briefkästen unterhält. Im Gegenteil, Konkurrenten könnten ebenfalls neue Kästen aufstellen.

TNTIn Sachen Mindestlohn hat sich die Post nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Zwar profitiert sie zunächst vom Mindestlohn, weil die Konkurrenten höhere Lohnkosten bewältigen müssen, aber die Außerdarstellung hat gelitten. Außerdem umgeht die Post im Ausland diese Regelung selbst und erscheint somit in einem ganz anderen Licht. Nehmen wir das Beispiel Niederlande – hier ist TNT der Marktführer und unterwirft sich der Mindestlohnregelung. Die Post ist hier mit einer kleinen Unterfirma vertreten, bei der die Angestellten als freie Mitarbeiter agieren und somit nicht unter die Mindestlohnregelung fallen. Sehr zweifelhaft liebe Post.

Es bleibt zu hoffen, dass Deutschland und vor allem die Bürger vom neuen Wettbewerb profitieren.


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© Paul-Georg Meister / PIXELIOSogenannte Gipfel sind eine gute Gelegenheit, mit großem Getöse eigene Vorstellungen einer medialen Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Lobby der Informationstechnologie, der Branchenverband Bitkom, führt aus, „…dass derzeit mindestens 43.000 Stellen nicht besetzt werden können, weil geeignete Kandidaten fehlen“. Die Bitkom möchte diese Kräfte aus dem Ausland holen und verlangt bessere Zuwanderungsmöglichkeiten. Was steckt hinter dem Interesse, mehr ausländische Mitarbeiter nach Deutschland zu holen? 2004, also ganze drei Jahre ist es her, da konnte wir folgende Überschrift lesen: „IT-Branche schafft neue Jobs - im Ausland“. IT-Experten wurden laut dieses Artikels nicht gesucht. Was ist heute anders geworden?

Der Weg in Billiglohnländer war an einigen Stellen ein Irrweg! Softwareentwicklung, genauer gesagt Programmdesign und Programmierung kann und wird verlagert werden. Was jedoch fehlt, ist die Schnittstelle zum Kunden. Wir brauchen verstärkt diejenigen Menschen, die Kundenbedürfnisse in IT-Lösungen übersetzen können. Das sind Berater, Projektleiter, Modulbetreuer und nicht zuletzt die “Kümmerer”, moderne Vertriebsmitarbeiter. Es ist weltfremd, Prozeßanalyse und Ausrichtung der Anpassung von Software an Kundenerfordernisse durch englischsprechende Inder oder Russen leisten zu wollen!

Haben wir es vielleicht mit einem Ablenkungsversuch zu tun? Nur 40% aller IT-Betriebe bilden aus! Ist es weit hergeholt, wenn man dabei von einer hausgemachten Krise spricht? Sind es vielleicht doch die preiswerteren, anspruchsloseren Ausländer aus Osteuropa oder Asien, die hier die hohen Löhne der IT-Branche drücken sollen und für die Betriebsräte befremdlich sind?

Der Staat sollte sich hier nicht verwirren lassen. Ist in dieser Frage Weiterbildung eigentlich ein Fremdwort? Es macht Sinn, nach dem Thema Ausbildung die Umschulung neu zu entdecken und mit demselben Elan zu unterstützen.


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Baustelle

Die Baubranche war lange Zeit das Stiefkind des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland, aber auch hier hat sich inzwischen die Auftragslage erheblich verbessert und neue Jobs sind entstanden. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) spricht von einem Umsatzplus von 3,5 bis 5 Prozent, zudem sollen dann in der Baubranche 725.000 Arbeitnehmer beschäftigt sein, das sind 14.000 mehr als im Jahr 2006.

Einen wesentlichen Anteil an dem Aufschwung in der Baubranche hat die Auftragslage für Wirtschaftsgebäude. In den ersten drei Quartalen seien Wirtschaftsimmobilien im Wert von 13 Milliarden genehmigt worden, dabei hat sich der Bereich Hotels und Gewerbeimmobilien überdurchschnittlich entwickelt. Im September betrug hier die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 40 Prozent. Das wichtigste Marktsegment, der Bau von Lager- und Handelsimmobilien, ist im Gegensatz zur Gesamtentwicklung von Wirtschaftimmobilien mit einem Prozent unter Vorjahresniveau enttäuschend im bisherigen Jahr 2007 verlaufen. Beim Wohnungsbau hingegen ist die Prognose nicht so optimistisch, hier wird die Entwicklung im kommenden Jahr wohl eher rückläufig sein.

BauarbeiterDie neue Trendwende auf dem Arbeitsmarkt der Baubranche führt zu einem erheblichen Mangel an Fachkräften. Deshalb fordern führende Vertreter die Betriebe auf, verstärkt auch Auszubildende einzustellen, um einen Fachkräftemangel in den kommenden Jahren vorzubeugen. Es reiche nicht mehr, dass nur jeder fünfte Betrieb ausbilde, auch kleinere Unternehmen müssen sich am Ausbildungsprogramm beteiligen. Schon jetzt entstehe durch den Mangel an Nachwuchs ein erhebliches Defizit, rund 19.000 ausscheiden Arbeitnehmern stehen lediglich 12.000 Neueinsteiger gegenüber. Trotz der positiven Entwicklung auf dem Immobilienmarkt, stehen die Betriebe der positiven Entwicklung eher skeptisch gegenüber, noch zu sehr drückt die Strukturkrise der 90er Jahre auf die Gemüter.


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GDL Streik

Autor: Marcus
abgelegt in: Wirtschaft

GDL: Der Streik geht weiter

Der Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) und der Deutschen Bahn (DB) liegt längst jenseits aller Verhältnismäßigkeit. Stimmen werden laut, die davor warnen, den fragilen Bonus des Wirtschaftsjahrs 2007 in einem andauernden Lokführerstreik leichtsinnig zu verspielen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) bezeichnete den Streik als „Gift für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung“.
Tatsächlich sind längst irreparable wirtschaftliche Schäden entstanden. Lediglich Sixt provitiert aus dem GDL-Streik, wie man es in der neuen Werbekampagne sehen kann. Aber der Großteil nimmt erheblichen Schaden. Der Fall des belgischen Audi-Werks, das seine Produktion vorläufig eingestellt hat, fegt wie ein Sturm durch den publizistischen Blätterwald. Ob die breite öffentliche Resonanz allerdings ausreichend Druck auf die Streitparteien ausübt, ist mehr als fraglich. Zumal der Tarifkonflikt, wenn es nach den Sturköpfen Mehdorn und Schell ginge, wahrscheinlich noch einige Wochen andauern könnte. Dass mehrere andere Auto-Fabrikanten längst überdeutliche Warnungen aussprechen – wen kümmert’s? Bahnchef Mehdorn behauptet dreist, dass ein Nachgeben zum jetzigen Zeitpunkt den gesamtwirtschaftlichen Schaden sogar noch vergrößern würde.
Indessen tönt die GDL-Führung, ihr säßen zornige Mitglieder im Nacken, die um jeden Preis ihre Forderungen durchsetzen wollen. Immerhin bis einschließlich Montag soll nicht gestreikt werden. Ein ruhiges Wochenende gab es trotzdem nicht. Inzwischen ist durchgedrungen, dass die Streikkasse der GDL bis Februar reichen könnte; sie enthält 15 Millionen Euro.
Verblüffend ist nur, dass ein Tarifkonflikt, der eigentlich lange überfällig war – man nehme mal die Gehälter italienischer oder französischer Lokführer zum Vergleich -, solche Dimensionen annehmen konnte.

Streik der GDL


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