Nachdem Zumwinkel wenig ruhmreich seine Karriere bei der Post mit einem Steuerskandal beendet hat, wurde nun Frank Appel der neue Chef. Trotz des unschönen Abgangs Zumwinkels, sind die Fußstapfen, die er hinterlassen hat groß.
Am Montag wurde der 46jährige Frank Appel ohne große Konflikte und am Ende einstimmig vom Aufsichtsrat zum neuen Postchef gekürt. Die Lobreden auf Appel, als auch Appels Kommentar selbst, wirkten eher wie Politikerreden. Appel werde sehr kompetent eingeschätzt und er werde mit seinen Erfahrungen und Fähigkeiten die Aufgaben sehr gut meistern. Er selbst meinte, er wolle wichtige und große Themen anpacken und das Unternehmen im globalen Markt an die Spitze führen. Die Zukunft wird zeigen, ob er dieser Aufgabe gewachsen ist. Sehr lange ist er noch nicht bei der Post. Erst im Jahr 2000 ist er von der Beratungsfirma McKinsey als Manager zur Post gekommen. Dort machte er jedoch sehr schnell Karriere. In der Öffentlichkeit ist Appel nicht sehr bekannt. Er war bisher zumindest kein Medienmensch und hat auch keinen intensiven Kontakte zur Politik unterhalten. Für die aktuellen Kritiker an zu hohen Managergehältern dürfte er jedoch schon jetzt Angriffsfläche bieten. So hat er alleine 2006 schon 2,5 Millionen an Gehältern kassiert. Ebenso wie Zumwinkel spekuliert er gerne auch mit Aktien. Vielleicht aber etwas rücksichtsvoller als Zumwinkel, der schließlich dafür kritisiert wurde, große Gewinne mit der Spekulation mit Post Aktien erzielt zu haben. Ansonsten steht Appel dafür ein kühler Kalkulierer zu sein. Vielleicht kriegt er damit die aktuellen Probleme des Unternehmens in den Griff. Beliebt wird ihn das aber bestimmt nicht machen.
Nachdem sich im Zuge der Steuerhinterziehungen einiger Top-Manager nahezu ein Skandal entwickelt hat, nutzen Politker die Gunst der Stunde, um die Debatten um Manager, Verhalten und Gehälter wieder loszutreten.
Eine Kritik an den Gehältern von Managern hat es schon früher gegeben. Nun wird die Debatte jedoch im Zuge einer allgemeinen Debatte über Managerverhalten wieder neu entfacht. So verweist z.B. Glos darauf, dass Manager eine Verantwortung für die Gesellschaft zu tragen hätten. Ähnliche Kritik äußerten auch Steinmeier, Peter Müller, der DGB und weitere. Die Forderung nach einer stärkeren Kontrolle der Manager und nach mehr Transparenz wird laut. Im gesellschaftlichen Bild verdienen Manager eh schon mehr als ihnen zustehe und dann werden auch noch Steuern hinterzogen. Verdi-Chef Frank Bsirske sprach sogar von einer tief empfundenen Ungerechtigkeit. Von Seiten des DGB wurde gefordert die Managerbezüge offen zu legen. In diesem Zuge wurde auch bemängelt, dass die Selbstverpflichtung der Unternehmen, im Sinne des Corporate Social Responsibility nicht ausreiche. Aber wie hoch soll die Bezahlung von Managern sein und wie können Kontrollen eingerichtet werden? Diese Fragen beschäftigen die Politik. Oft wird dabei jedoch übertrieben und nahezu ein Hetzjagd auf Manager betrieben, die eher von Neid oder Populismus getrieben zu sein scheint als von Sachargumenten. Es stellt sich die Frage, was es denn wirklich bringt, wenn Manager weniger Geld bekommen. Wahrscheinlich nichts. Weder werden die Angestellten deshalb mehr bekommen, noch wird die Arbeitsqualität erhöht werden. Für die Kontrollen und Transparenz von Wirtschaftsunternehmen lohnt sich allerdings eine Debatte. Klar muss nur sein, dass dann auch die Grenze zwischen einer rein privaten Angelegenheit Wirtschaft und dem öffentlichen Bereich verschwimmt. Wenn jedoch Entscheidungen der Wirtschaft als etwas betrachet wird, dass alle betrifft und damit nicht nur Sache der Eigentümer ist, dann muss eine öffentliche Debatte um Regeln für die Wirtschaft geführt werden. Übrigens wäre es illusorisch zu glauben, dass es nicht schon viele und starke Regeln für das Wirtschaften gäbe.
In der Planung eines neuen Produktes, der Erschließung eines neuen Marktsegmentes oder in der Gründung eines neuen Unternehmens werden oft Fehler gemacht, die darin begründet liegen, dass bestimmte Probleme nicht ernst genommen werden.
Ist ein großer Fehler erstmal gemacht, ist es häufig zu spät. Auch wenn man unter Zeitdruck steht, lohnt es sich oft, nochmal inne zu halten und wagemutige Projekte zu überdenken. Viele Dinge laufen nicht so problemlos wie man es sich vorstellt oder gerne hätte. Deswegen gilt es, ein paar versteckte Annahmen aufzudecken und zu hinterfragen. Das mag manche Prognosen nicht so gut aussehen lassen, doch auch das lässt sich Regeln, wenn man erstmal Antworten auf die Fragen entwickelt hat, die man sich vorher gar nicht so gestellt hat. Deswegen hier die TOP10 der Selbstverständlichkeiten, über die nochmal nachgedacht werden sollte.
1. Das Produkt wird schon innerhalb der Vorgaben und des Zeitplans entwickelt sein.
2. Die Kunden werden schon genauso überzeugt von dem Produkt sein wie wir.
3. Für die Arbeitsplätze, die für die Produktentwicklung besetzt werden müssen, werden problemlos Leute gefunden werden.
4. Der Verkaufspreis, wird im Wettbewerb bestand haben, also niedrig sein können und dennoch werden die Gewinne hoch sein.
5. Die Kunden werden selbstverständlich von einem anderen Produkt zu unserem wechseln.
6. Die anderen Anbieter und die Kunden werden sich schon rational verhalten.
7. Andere Unternehmen (auch innerhalb der eigenen Konzernstruktur) werden uns gerne helfen.
8. Die Zwischenhändler und der Vertrieb warten nur auf unser Produkt.
9. Die Kunden werden schon glauben, dass unser Produkt technisch überlegen ist.
10. Das Produkt wird sich schon irgendwie verkaufen.
Wenn es zu einer Rezession der Weltwirtschaft oder auch nur der Wirtschaft der USA kommt, hat dies Konsequenzen für den deutschen Export.
Im Logistik Bereich würde z.B. die Deutsche Post starke nachteile erwarten können. Schließlich ist sie stark im Expressgeschäft in den USA tätig. Zwar handelt es sich hierbei um nur einen kleinen Anteil an dem Gesamtunternehmen Deutsche Post, doch kommt es trotzdem zu Verlusten von mehreren hundert Millionen Euro.
Auch der Telekommunikationsbereich wäre betroffen. Wenn die Privatpersonen hoch verschuldet sind, kommt es (und kam es bereits) zur Zahlungsunfähigkeit im Bezug auf Telefonrechnungen, insbesondere Handyrechnungen. Infolge dessen werden Anschlüsse gesperrt. Die Deutsche Telekom könnte viele Kunden verlieren. Schließlich hat sie 28 Millionen.
Der Hochtechnologiebereich als auch der Chemie und Medikamentenbereich könnten hart getroffen werden. Unternehmen wie BASF, Bayer und SAP erwirtschaften ungefähr ein viertel ihrer Umsätze in den USA. Allerdings haben sie sich nach eigenen Aussagen auf die schwierige Situation schon eingestellt.
Für den Einzelhandel stellen sich kaum Probleme. Schließlich verkaufen keine der großen Ketten aus Deutschland in nenneswerter Menge Produkte in den USA. Weder Metro noch REWE, Lidl oder Edeka. Nur Aldi hat ein par Filialen in den USA, was sich jedoch nicht erheblich auswirken dürfte.
Der Maschienenbau und die Stahlindustrie sind bisher nicht stark betroffen. Sollte es jedoch zu ersten Absatzkrisen kommen, könnte die Branche sensibel reagieren. Der Bereich dürfte also spannend zu beobachten bleiben.
Insgesamt lässt sich sagen, dass die Panik, die gemacht wird jedoch häufig übertrieben ist. Leider kann dies jedoch reale Konsequenzen auf den Aktienmärkten haben, sind diese doch recht anfällig psychologische Effekte.
Die soziale Verantwortung von wirtschaftlichen Unternehmen ist in letzter Zeit zu einem Mode-Thema geworden. Aber was ist diese “corporate social responsibility” (CSR) und kann sie halten was sie verspricht?
Die Verantwortung von Unternemhen für die Gesellschaft wird sicherlich schon sehr lange diskutiert. Erstmals zu einem wissenschaftlichen Thema wurde sie wahrscheinlich durch den Artikel “Social Responsibilities of the Businessman” von Howard R. Bowen aus dem Jahr 1953. Wurde in dem Beitrag noch dafür argumentiert, dass sich Unternehmen an gesellschaftlichen Werten orientieren sollten, wurde in den 70er Jahren schon vertreten, dass wirtschaftliche Unternhemen Gesellschaft auch aktiv mitgestalten sollten. In den 80er Jahren galt CSR als Gegenentwurf zum Shareholder Value-Gedanken. In den 90er Jahren ging auch der Gedanke der ökologischen Verantwortung in dem Konzept der CSR auf. Die Idee der CSR kam in dieser Art in Europa etwas später an, auch wenn es in Deutschland schon länger Traditionen der unternehmerischen Verantwortung gab. Diese hatte jedoch häufig einen üblen nationalistischen Beigeschmack und hat diesen noch immer. Dies ist auch an dem Konzept der Deutschland AG erkennbar, die gerne beschwört wird, wenn es um die Abwehr internationaler Kapitalflüsse geht. Antiamerikanische und strukturell antisemitsche Argumentationen sind in diesem Zusammenhang keine Seltenheit. Aber wofür steht nun CSR? Es geht um den freiwilligen geleisteten Beitrag der Unternehmen zu einer Entwicklung, die nachhaltig ist und der über die vom Gesetzgeber gestellten Forderungen (Compliance) hinausgeht. Dieses verantwortliche Handeln der Unternehmen auf dem Markt, geht vom Umweltschutz bis hin zu dem Verhätltnis zu den Mitarbeitern und dem Austausch mit den betroffenen Gruppen (Stakeholdern). Die hier kurz umrissenen soziale Verantwortung der Unternehmen lässt sich detailreicher mit dem Drei-Säulen-Modell beschreiben. Dies ist ein Konzept, das behauptet, dass die insgesamte Performance eines Unternehmens an dem Maße bewertet werden sollte, wie sie dazu beiträgt ökonomischen Wohlstand zu mehren, die Umwelt zu erhalten und soziales Kapital zur Verfügung zu stellen. Die wirtschaftliche Ebene ist dabei auf langfristige Erträge aus den zur Verfügung stehenden Ressourcen gerichtet, die Ebene der Umwelt richtet sich auf den nicht zerstörerischen Umgang mit der Natur allgemein und den Ressourcen, die verwendet werden, im Speziellen und die soziale Ebene richtet sich auf die Distributive Gerechtigkeit, das heißt eine, die innerhalb einer Generation und zwischen Generationen herrscht. Es treten hierbei jedoch Probleme auf. Schließlich ist ein Unternehmen vorrangig an Gewinnen ausgerichtet und so kann CSR zu einer Marketingstrategie verkommen, bei der es nur darum geht ein positives Bild von dem eigenen Unternehmen zu zeichnen. Die Verantwortung die übernommen wird, ist meist nicht bindend, denn es handelt sich um Selbstverpflichtungen, die oft nicht eingehalten werden. Um die Verantwortung von Unternehmen bindender zu gestalten, müssten Wirtschaftsdemokratische Elemente eingeführt werden, die den betroffenen von Wirtschaftsentscheidungen von Unternehmen ein Mitspracherecht zubilligt. Dem werden die Unternehmen wohl kaum zustimmen aber ihre Verantwortung erfüllen sie trotzdem oft nicht.
Am Freitag teilte der Windows-Hersteller Microsoft mit, dass er den Internet-Konzern Yahoo kaufen möchte.
Die aggressive Marktstrategie von Microsoft kann ihren Grund zumindest nicht in Bill Gates Führungsstil haben. Dieser hat schließlich in den letzten Jahren große Teile seiner Kompetenzen schon an Steve Ballmer abgegeben und vor kurzem folgte sein endgültiger, operativer Rücktritt. Der Kauf von Yahoo soll im zweiten Halbjahr beendet werden. Die Kosteneinsparungen belaufen sich laut Microsoft auf mindestens eine Milliarde Dollar. Die Aktionäre von Yahoo können zwischen einer Barauszahlung und Aktien von Microsoft wählen. Der Preis zu dem gekauft wird, soll dann halb in Aktien und halb in bar bezahlt werden. Microsoft machte das Angebot in einem Brief an den Verwaltungsrat des Yahoo-Konzerns. Das Angebot hat eine Höhe von 31 Dollar für jede Aktie, damit beziffert sich der Gesamtpreis auf über 44 Milliarden Dollar. Eine kräftige Erhöhung des Schlusspreises der Aktien von Yahoo im Vergleich zu Donnerstag. Und einige Leute an der Börse spekulieren sogar auf mehr als diese bisherige Erhöhung. Für Yahoo ist dies ein Glücksfall, schließlich machte sich das Unternehmen in letzter Zeit nicht sehr gut. Immer mehr Marktanteile wurden an Google verloren. Der Kurs der Yahoo Aktien ist tendenziell eher eingebrochen. Nach dem Bericht über die Übernahme schnellte der Aktienkurs von Yahoo zeitweise um 50% in die Höhe. Für Microsoft bedeutet die Übernahme ein weiteres Standbein in dem ehemals vernachlässigten Bereich der Online Angebote. Noch vor einem Jahr hatte Yahoo das Angebot von Microsoft mit dem Hinweis abgelehnt, dass man damit rechne bessere Geschäfte in Zukunft machen zu können. «Ein Jahr ist vorbei und die Wettbewerbsituation hat sich nicht verbessert», begründet der Chef von Microsoft Steve Ballmer den nicht erwarteten weiteren Vorstoss.
Nach Verkaufsüberlegungen für die Autosparte haben sich auch für weitere Bereiche Interessenten gemeldet.
Nachdem Nokia angekündigt hatte, die Produktion von Handys aus Kostengründen aus Bochum abzuziehen und stattdessen in ein neues Werk nach Rumänien zu verlagern, sind weitere Pläne zur Zerlegung des Unternehmens bekannt geworden. Dies bestätig auch ein Sprecher des Nokia Betriebsrats. Schon am Montag hatte Nokia mitgeteilt, dass der ehemaligen Manager Razvan Olosu und der Finanzinvestor Equity Partners an dem Kauf der Autosparte interesse hätten und Nokia nicht abgeneigt sei. In der Autosparte arbeiten etwa 200 der ca. 3500 Mitarbeiter in Bochum. Nun sind jedoch neue Informationen aufgetaucht, nach denen der finnisch-indische Konzern Saskan Interesse an „Core Software“ geäußert haben soll und darüber mit Nokia in Verhandlungen treten möchte. „Core Software“ stellt die Software für Nokia Handys her. In etwa 150 Personen arbeiten in Bochum in diesem Bereich.
Für die Beschäftigten in Bochum scheint es jedoch nicht zu genügen, dass Arbeitsplätze in diesen Sparten erhalten bleibt. Weitere Proteste sind bereits angekündigt. Die Hoffnung der Mitarbeiter wird noch dadurch gestärkt, dass die «Rheinische Post» darüber berichtet, dass ein internes Papier aufgetaucht ist, aus dem hervorgeht, dass mit einer Einmal-Investition von 14,3 Millionen Euro das Werk in Bochum gerettet werden könnte. Die Kapazitäten wären dann verdoppelt und die Produktion müsste nicht verlagert werden.
Dass die Angestellten so sehr darauf drängen, dass Nokia jede Möglichkeit in Erwägung zieht das Werk zu retten, ist nicht verwunderlich. Schließlich verfolgen sie damit nur ihre eigenen Interessen. Die deutsche Politik verleiht diesen Protesten jedoch eine etwas seltsame Schlagrichtung. So versucht Seehofer (CDU) einen Boykott gegen Nokia durchzusetzen und hat auch schon sein eigenes Handy gegen ein neues ausgetauscht. Dabei sollte ihm jedoch klar sein, dass der - von ihm ja im Grunde genommen befürwortete - Wettberwerb auf dem globalen Markt bestimmte ökonomische Entscheidungen erzwingt und diese mit nationalen Boykottaufrufen nicht sinnvoll zu ändern sind.
Die Diskussionen um Mindestlohn und die Managerbezüge haben europaweit inzwischen groteske Züge angenommen. Egal aus welcher Perspektive man die Gehälter der Top-Manager betrachtet, sie erscheinen utopisch viel für einen Normalsterblichen. Um dies ein wenig humaner und vor allem durchsichtiger zu gestalten, hat ein Schweizer Kleinunternehmer ein Volksbegehren gestartet, wonach über das Gehalt der Manager und des Aufsichtsrates durch Aktionäre abgestimmt wird.
Das Prinzip klingt jedenfalls aus neutraler Sicht nicht schlecht, wird doch die Leistung der Top-Manager an das Gehalt gekoppelt. Heißt im Prinzip nichts anderes als: fällt die Rendite für die Aktionäre akzeptabel aus, wird dies auch von den Aktionären belohnt und der Manager dementsprechend belohnt. Ist man auf Seiten der Aktionäre jedoch nicht mit der jährlichen Rendite zufrieden, wird sich das Gehalt des Managers auf ein zuvor ausgehandeltes Grundgehalt beschränken, welches erheblich unter den jetzigen Gehältern liegen wird. Damit würden auch andere riesige Prämien, Vorausvergütungen und Abfindungen der Geschichte angehören.
Das Volksbegehren ins Leben gerufen hat Thomas Minder, der Chef der kleinen Trybol AG, die vor allem für ihr Mundwasser in Schweiz bekannt ist. Für ein Volksbegehren dieser Art sind bei den Eidgenossen lediglich 100.000 Stimmen notwendig, wovon Minder schon 90.000 gesammelt hat. Die Manager in der Schweiz müssten also gewarnt sein und angesichts der momentanen Börsensituation, in welcher sogar renommierte Firmen unter erheblichen Kursverlusten leiden, findet das Begehren sicherlich nahrhaften Boden.
Die Wut des Kleinunternehmers liegt in der Pleite der Swiss Air 2001 begründet. Vor der eigentlichen Abwicklung des Unternehmens erhielt Swissair-Chef Mario Corti noch einmal 12,5 Millionen Franken. Für Minder eine Frechheit, schließlich wurden Millionen Aktionäre um ihr Geld betrogen. Sollte das Volksbegehren zu einem Gesetzesentwurf führen, dürfte dies auch Signalwirkung auf andere europäische Staaten haben – Manager werde dann mit ganz neuen Anforderungen konfrontiert – dem Leistungsprinzip!
Wenn Hartmut Mehdorn nach dem wochlangen Drama um den Tarifabschluß bei der Bahn nun Arbeitsplatzabbau, Jobverlagerung und das Ende der Beschäftigungssicherung ankündigt, führt das zu einem Aufschrei bei Politikern und Kommentatoren. Wahlkämpfer wie Michael Roth fordern eilfertig seinen Rücktritt. Politiker die im Schatten der Macht stehen, wie Fritz Kuhn, profilieren sich mit sonderbaren Formulierungen wie „Cholerisches Rumpelstilzchen“. Nehmen wir mal die Emotionen aus diesem Thema. Was ist wirklich passiert?
Ein Lenker eines großen Unternehmens muß Bilanz ziehen und stellt fest:
Was muß ein Mann tun, der die Verantwortung über einen Großkonzern hat? Allen mußte klar sein, das der Tarifabschluß bei der Bahn, der sicher nicht moderat ist, Konsequenzen haben wird. Haben wir es bei den Kommentatoren mit Ahnungslosen, Blauäuigen oder schlimmer noch, berechnenden Populisten zu tun? Die Bahn ist ein Wirtschaftsunternehmen, das unter ungewöhnlichen Rahmenbedingungen arbeiten muß. Ein bißchen Staat, ein bißchen Privatwirtschaft – also das, was der Volksmund als “halbschwanger” bezeichnet. In dieser Situation leistet Herr Mehdorn einen sehr anerkennswerten Job. Er wird im übrigen in hohen Maße variabel bezahlt, d.h. sein Gehalt hängt von den Zielen ab, die die Eigentümer vorgeben. Ein „weiter so“ als Parole ausgeben, wäre in dieser Situation verantwortungslos! Was meinen Sie?
Nun ist es soweit – eine Ära geht zu Ende. Bill Gates wird sich aus dem Businessleben zurückziehen. Er hat in den letzten Jahren große Teile seiner Kompetenzen schon an Steve Ballmer abgegeben und nun folgt sein endgültiger, operativer Rücktritt. Die Konzentration auf die Bill & Melinda Gates Stiftung, die sich auf Bekämpfung von Infektionskrankheiten in der dritten Welt spezialisiert hat, wird Ihn für immer unsterblich machen.
Als was werden wir uns erinnern, wenn wir über Bill Gates reden? Als was will Bill Gates in die Geschichte eingehen? Zunächst einmal, und das ganz ehrlich und ohne Häme, Respekt vor einem Menschen, der sein Geld dazu einsetzt, Krankheiten zu heilen und andere dazu motiviert, Ihr Geld dazuzulegen. Positiv in Erinnerung wird uns Bill Gates als der Mann in Erinnerung bleiben, der seine Milliarden dazu benutzt, anderen zu helfen.
Vergessen wollen wir jedoch nicht den Aspekt, der für viele eine tägliche Strafe ist: Arbeiten mit seinen Produkten! Der Aufstieg des Konzerns Microsoft ist eine geniale, strategische Marketingleistung und keine technisches Meisterstück. Mit viel Geschick wurden Ideen geklaut und Konkurrenten aus dem Markt gedrängt. Aber Hilfe naht – es gibt Alternativen! Ob nun Linux, Mac OS oder OpenOffice, die Freiheit zur Entscheidung ist wieder da. Wir wollen gespannt sein, was wir noch von Microsoft und Bill Gates hören werden. Schließlich verlässt er nur das operative Geschäft und geht in den Aufsichtsrat - und Aufsichtsräte in den USA sind aktiv im Geschäft!