Seit dem 1. Januar 2008 ist das Briefmonopol der Deutschen Post gefallen. Die Einführung des Wettbewerbs wird von den Bundesbürgern aber misstrauisch beäugt. Die Diskussion um die Einführung des Mindestlohnes hat der Branche eher geschadet, den neuen Konkurrenten der Post schlägt jetzt offenkundiges Misstrauen entgegen, dabei hat der Wettbewerb zahlreiche positive Aspekte schon auf den Weg gebracht. Aber mit dem Mindestlohn, der meiner Meinung viel zu hoch ist, können andere Unternehmen nur sehr schwer im Markt Fuß fassen, denn niemand kann so viel zahlen. Also nichts mit Wettbewerb?
Die Post hat sich in den letzten Jahren aktiv auf den kommenden Wettbewerb vorbereitet und hat sich in Folge dessen zu einem der besten Logistikunternehmen der Welt entwickelt. Nicht nur auf dem Sektor der Briefbeförderung gehört das Unternehmen zur Elite weltweit. Von neuen Innovationen wie Packstationen mit 24-Stunden-Dienst, das Erstellen von Rechnungen oder die Digitalisierung eingehender Post verspricht sich der Global Player einen Vorsprung vor den Neueinsteigern wie TNT.
Mit der Einführung des Wettbewerbes ist aber keine Preissenkung inbegriffen. Experten rechnen in den kommenden Jahren mit relativ stabilen Preisen, auch wenn es auf diesem Gebiet Neuerungen geben kann, so wird ein streckengebundener Tarif nicht mehr gänzlich ausgeschlossen. Möglicherweise kann es regional zu Senkungen kommen, wenn ein regionaler Anbieter, der sich auf ein Ballungsgebiet beschränkt günstigere Preise anbietet. Eine Entwicklung wie bei der Öffnung des Telefonmarktes wird es sicherlich nicht geben. Für Geschäftskunden sieht es hingegen besser aus, große Versandhäuser machen ein Großteil des Briefgeschäftes aus und können dank der kommenden Konkurrenten mit größeren Preisnachlässen rechnen, um sie langfristig an die Post zu binden.
Die Zahl der Fialen und Briefkästen wird ebenfalls konstant sein. Die Post hat zugesichert, dass sie dauerhaft die Zahl 108.000 Briefkästen unterhält. Im Gegenteil, Konkurrenten könnten ebenfalls neue Kästen aufstellen.
In Sachen Mindestlohn hat sich die Post nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Zwar profitiert sie zunächst vom Mindestlohn, weil die Konkurrenten höhere Lohnkosten bewältigen müssen, aber die Außerdarstellung hat gelitten. Außerdem umgeht die Post im Ausland diese Regelung selbst und erscheint somit in einem ganz anderen Licht. Nehmen wir das Beispiel Niederlande – hier ist TNT der Marktführer und unterwirft sich der Mindestlohnregelung. Die Post ist hier mit einer kleinen Unterfirma vertreten, bei der die Angestellten als freie Mitarbeiter agieren und somit nicht unter die Mindestlohnregelung fallen. Sehr zweifelhaft liebe Post.
Es bleibt zu hoffen, dass Deutschland und vor allem die Bürger vom neuen Wettbewerb profitieren.