Bohm + Voss, die Hamburger Traditionswerft, hat ihren Besitzer gewechselt. Für einen Preis von rund 300 Millionen Euro verkaufte der Stahlkonzern ThyssenKrupp die Werft an die arabische Schiffbau-Gruppe Abu Dhabi Mar (ADM).
Seit Oktober haben die beiden Parteien bereits über den Verkauf von Blohm + Voss verhandelt, jetzt sind die Verträge unterschrieben. ThyssenKrupp trennte sich damit vom verlustreichen zivilen Schiffbau. ADM übernimmt mit Blohm + Voss komplett den Bau von Megayachten und jeweils 80 Prozent der Reparaturbetriebe und des Maschinenbaus mit insgesamt 1.700 Beschäftigten.
„Diese strategische Partnerschaft stellt ein solides Fundament für die Zukunft der Werft dar und ermöglicht es, neue Kunden zu gewinnen“, sagte ThyssenKrupp-Vorstand Olaf Berlien. Laufende Risiken aus erteilten Aufträgen bleiben in der Hand von ThyssenKrupp, für die Belegschaft gilt eine mindestens zwölf Monate lange Beschäftigungsgarantie, auch bei einer Unterauslastung der Werft, hieß es.
Blohm + Voss ist nicht das einzige Geschäft der Araber. Daneben gründen ThyssenKrupp und ADM ein gleichberechtigtes JointVenture im Überwassermarineschiffbau. Dabei handelt es sich um ein Rüstungsgeschäft, dem die Bundesregierung noch zustimmen muss.
Das Hamburger Traditionsunternehmen Blohm + Voss ist seit 1877 im Schiffs- und Maschinenbau tätig. Bekannt ist das Unternehmen für den Bau von High Tech Megayachten. Derzeit arbeiten die Ingenieure u.a. an der Yacht „Eclipse“ für den russische Öl-Milliardär Roman Abramowitsch. Diesem gehört seit 2003 der englische Fußballclub FC Chelsae.