Berlusconis angekündigter Rücktritt am Dienstagabend beflügelt die Wirtschaft. Dax, Dow Jones und Nikkei-Index reagieren größtenteils positiv.
Der angekündigte Rücktritt von Italiens amtierendem Ministerpräsident Silvio Berlusconi wirkt sich positiv auf die Börse aus. Während der Dow Jones bereits gestern Abend an Punkten zugelegt hatte, starteten auch die meisten asiatischen Börsen durch. So startete z.B. heute Morgen Tokio im Plus. Selbst Experten in New York sind erstaunt, wie kursrelevant der Rücktritt von Berlusconi für Börsen ist. Der Rücktritt beflügelt die Hoffnung, dass das schuldengeplagte Italien nun endlich Reformen durchsetzen wird und die Ausweitung der Schuldenkrise gestoppt werden kann.
Italien hat in Europa die drittgrößte Volkswirtschaft, hat aber auch nach Griechenland die höchste Verschuldung in der Europäischen Union. Nun hat Berlusconi, der seit 17 Jahren die Politik Italiens prägt, seinen Rücktritt oder besser seinen langsamen Rückzug angekündigt. Bevor er sein Amt niederlegt, möchte er noch das langersehnte Reformgesetz (der EU) für mehr Wachstum durchsetzen.
Berlusconis Rücktrittsankündigung führte prompt zu einer leichten Entspannung in den Finanzmärkten. Zwar fiel der Euro unter die 1,38-Dollar-Marke, doch dafür startete jedoch der Aktienmarkt mit Gewinnen in den Handel. Dow Jones und die Finanzmärkte in Asien sind sich einig, dass Berlusconis Ankündigung eine gute Nachricht war. Die Wallstreet reagierte bereits Dienstagsabends und notierte zum Handelsschluss ein Plus von 0,8%. In Hong Kong stiegen die Kurse für kurze Zeit um 2,05% und auch die Börse in Tokio, dem Nikkei-Index stieg bei Handelsschluss auf 1,25%.
Die Märkte schauen und orientieren sich also an aktuellen politischen Geschehen, wie jetzt an Rom. In Deutschland wird für heute (Mittwoch) zum Handelsbeginn eine Steigerung erwartete, wobei Finspreads, ein Unternehmen, das Wetten auf Aktienkurse anbiete, den DAX bei 1,68% oder höher taxiert.
Allzu euphorisch wird die Entwicklung, wie auch der angekündigte Rücktritt, auf internationaler Ebene jedoch nicht angesehen, da Italien nach wie vor eine Unsicherheit ist, selbst wenn Berlusconi geht.