Egal, wie sie im Endeffekt ausgehen, die USA Wahlen haben 2008 vor allem ein Gesicht: Das von Barack Obama. Der als politischer Außenseiter gestartete Underdog aus Illinois hat sich innerhalb von einem halben Jahr gegen Hilary Clinton durchgesetzt, der Wahlkampf gegen John McCain hat unmittelbar begonnen.
Wie hat er das geschafft? Noch Ende 2007 standen die Zeichen denkbar schlecht für Obama, der neben wenig politischer Aristokratie eine unbequeme Ehefrau und einen pöbelnden Pastor mit sich herumschleppte und von dem keiner so recht wusste, was er eigentlich will. Im August 2008 ist Clinton geschlagen, ihre Wählerinnen sind größtenteils eingetütet und McCain muss sich eine weibliche Vizepräsidentin aus Alaska einstellen, um um die Gunst der weißen Wählerinnen zu buhlen.
Der Erfolg von Barack Obama in den USA liegt ohne Zweifel in seiner Wahlkampforganisation. Er ist einer der ersten demokratischen Präsidentschaftskandidaten, die mit einem extrem straff hierarchisierten Team daherkommen. Wahlkampf bei Obama, das nimmt sich aus wie Arbeitsalltag in einer großen Firma. Es gibt eine Support-Hotline mit ausreichend freundlichen Mitarbeitern, es gibt Untergruppen in kleinen Städten und alles wirkt nach außen innen sauber und durchgeplant. Obama selbst hat, zumindest im Kampf gegen Hilary, nie die schmutzigen Tricks der Gegenseite übernommen, sondern ist professionell geblieben und hat auf seinem Standpunkt beharrt.
Auch die Thematiken des Politikers Barack Obama zielen weniger auf eine Huldigung seiner eigenen Person, auch wenn das gerade die US-Medien so darzustellen versuchen, sondern auf außenpolitische und ökonomische Probleme der Vereinigten Staaten. Ein Präsidentschaftskandidat, der sich um das Thema Wirtschaft nicht herumdrückt, sondern im Gegenteil offen ausspricht, wo die Probleme des Landes liegen, ist eine erfrischende Abwechslung von all den hohlen Wahlkampfphrasen dieser Zeit.
Ob die Versprechungen eingelöst werden, ob hinter dem Wahlkampf echte Substanz steckt und ob Obama schlussendlich Präsident werden kann – alles das wird die Zeit zeigen. Es ist jedoch Fakt, dass